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Abstract

FR.24.01

PCR-Diagnostik bei Uveitis

Garweg J. G. 
Berner Augenklinik, Bern, Schweiz

Die Einführung des Erreger-Nachweises mit der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) in den späten achtziger Jahren hat nicht nur die Sensitivität der Diagnostik infektiöser Augenerkrankungen verbessert, sondern darüber hinaus viel zu unserem heutigen Verständnis entzündlicher Augenerkrankungen beigetragen. Dank der geringen Probenanforderungen gehört der Erreger-Nachweis mittels PCR zur Basisdiagnostik jeder viralen, bakteriellen, parasitären oder Pilz-Erkrankung. Klinisch ist bei der Interpretation der Ergebnisse allerdings einige Vorsicht geboten, da der DNA-Nachweis weder die Vitalität Erreger oder dessen Beteiligung an dem Krankheitsprozess beweist.
Auf der Basis der molekularbiologischen Diagnostik verstehen wir heute sehr viel besser, infektiöse von infektionsimmunologischen Prozessen zu differenzieren. Wir wissen, warum in bestimmten Situationen eine antiinfektiöse Therapie nur wirkt, wenn sie durch eine antientzündliche Therapie ergänzt wird. Nicht zuletzt basiert auch die moderne Biologica-Therapie der endogenen Uveitis auf den im wesentlich molekularbiologisch gewonnenen Erkenntnissen der Zytokin-Dynamik im Kammerwasser.
Die Anwendungen der PCR bei Uveitis richten sich inzwischen zunehmend der genetischen und imungenetischen Disposition entzündlicher Erkrankungen, ausserdem der molekularen Charakterisierung der Erreger-Subtypen zu, die vermutlich mit dem Mosaik und der Schwere der klinischen Präsentation korreliert sind. Schliesslich unterstützt die molekularbiologische Diagnostik die Abklärung von Maskerade-Syndromen, so bei chronischen und therapierefraktären Entzündungs-Prozessen mit Beteiligung niederpathogener Erreger und bei intraokularen Malignomen, insbesondere Lymphomen. Die PCR hat das Feld der infektologischen Diagnostik also offensichtlich längst überschritten und trägt weit mehr zu unserem Verständnis der Pathophysiologie der zugrunde liegenden Krankheitsprozesse bei, als noch vor wenigen Jahren zu ahnen war.

 
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