DOG Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft 105. DOG-Kongress
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Abstract

P 089

Frühe Darstellungen der Chorioretinitiden bei Filariosen des Menschen

Kluxen G.
Ophthalmologische Gemeinschaftspraxis Wermelskirchen

Ziel: Kurioserweise wurde eine Netzhautbeteiligung unter den Filariosen des Menschen zum ersten Mal bei der lymphatischen Filariose durch Wuchereria bancrofti in fünf Fällen auf den Samoainseln 1910/11 beobachtet. Es soll untersucht werden, welche Bedeutung diesem Krankheitsbild heute noch zukommt. Den chorioretinitischen Narbenfundus bei Onchozerkose beschrieb Jean Hissette 1932; die eigentlich Hissette zukommende Entdeckung wurde aber zunächst Harold Ridley zugeschrieben.
Ergebnisse: Spätere Untersucher bestätigten die Befunde bei der Fadenwurmerkrankung Wuchereria bancrofti bei Samoanern. Gerusas Dreyer (2005) beobachtete unter über 500 Patienten mit lymphatischer Filariasis keine Augenbeteiligung, die einen vergleichbaren Befund als gesichert durch Wuchereria bancrofti bestätigen könnten. Ähnliche Augenhintergrundveränderungen gibt es aber auch bei der Filariasis Loa loa. Eine erste Zeichnung einer Chorioretinitis infolge Onchozerkose bei "Sudan blindness" publizierte 1935 der Tropenmediziner J. Bryant, den Hissette in einer Korrespondenz auf die Möglichkeit okulärer Onchozerkose erst aufmerksam gemacht hatte. Hissette präsentierte 1936 ein eigenes Aquarell auf einer Kolonialausstellung in Brüssel. Ridley's Aquarell folgte erst 1945, und die "flecked retina" hieß nun lange Zeit einfach "Ridley-Fundus".
Schlussfolgerungen: Es sollte nicht vergessen werden, dass Einzelbeobachtungen immer auch ein Blick auf Grundsätzliches gewesen sein können. Die historische Darlegung bietet die Möglichkeit, solche Dinge zu reflektieren, die der Epidemiologie bereits verloren gegangen sein könnten.

 
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