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Abstract

FR.20.01

Amnionmembrantransplantation zur Rekonstruktion der Hornhautoberfläche

Seitz B., Osvald A., Schirra F. 
Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar

Die Amnionmembrantransplantation (AMT) ist heute eine unverzichtbare Therapieoption bei persisitierenden kornealen Epitheldefekten. Wir verwenden grundsätzlich kryokonservierte AM. Statt undifferenziert von „Amniondeckung“ oder „Amnionaufnähung“ zu sprechen, sollte sich jeder Mikrochirurg präoperativ darüber im Klaren sein, was er mit der AMT genau erreichen will. Während der Graft (= Inlay) als neue Basalmembran fungiert und typischerweise in die Wirtshornhaut integriert wird, dient der Patch (= Onlay) als Träger von Wachstumsfaktoren und als natürliche temporäre Kontaktlinse. Die Sandwich-Technik (= Graft + Patch) scheint im Vergleich zur reinen ein-oder mehrlagigen Graft- oder Patch-Technik bezüglich der primären Erfolgs- und Rezidivrate Vorteile zu haben. Infektionen nach AMT sind extrem rar, aber nicht ausgeschlossen. Postoperativ sollte auf phosphathaltige Augentropfen verzichtet werden, um Verkalkungen zu vermeiden. Die AMT hat vielfältige Vorzüge vor, statt, während oder nach der Keratoplastik. Die AMT ermöglicht in der Regel eine rasche stationäre Entlassung, erfordert jedoch engmaschige ambulante Kontrollen. Lockere Fäden werden sofort, feste Fäden in der Regel nach einem Monat entfernt, um ihren angiogenetischen Effekt zu minimieren. Bei persistierenden Hornhautulzera sollte eine differenzierte Technik der AMT frühzeitig erwogen werden, um eine Keratoplastik à chaud oder gar eine Bindehautdeckung zu vermeiden. Eine konsequente Therapie der Grunderkrankung ist jedoch für den Therapieerfolg absolut unerläßlich.

 
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