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Abstract

P 003

Östrogen, ein protektiver Faktor in der Pathogenese des Glaukoms?

Terai N., Kanzow-Terai B., Spörl E., Böhm A. G., Pillunat L. E.
Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde Dresden

Ziel: In der Pathogenese des Glaukoms werden unterschiedliche Veränderungen im zellulären und biomechanischen Metabolismus diskutiert. Östrogen scheint in diese zellulären Mechanismen einzugreifen. Ziel dieser Studie war es zu untersuchen, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen einem veränderten Östrogenspiegel im Blut und dem Auftreten eines Glaukoms. Dazu wurde der Östrogenspiegel im Serum bei Glaukompatienten und gesunden Probanden bestimmt.
Methode: 41 Frauen wurden in diese prospektive Studie eingeschlossen. Die Kontrollgruppe (Gruppe I) bestand aus 20 Patienten ohne klinische Zeichen eines Glaukoms. 21 weitere Patienten (Gruppe II) zeigten ein Glaukom, welches unter Verwendung des Gesichtsfeldes (Humphrey Perimetrie 30-2), durch Messung des Augeninnendruckes und durch Bestimmung der Exkavation des Sehnervenkopfes bestimmt wurde. In diese Studie wurden nur Patienten zugelassen, die keine zusätzlichen Hormonpräparate zu sich nahmen (z.B. orale Ovulationshemmer). Alle Blutproben wurden am 18. Tag des Menstruationszyklus entnommen. Die Östrogenkonzentration wurde mit dem kompetitiven Chemilumnizenz- Immuntest bestimmt. LH and FSH wurden unter Verwendung des Mikropartikelenzym- Immuntestes bestimmt. Die mittlere Östrogenkonzentration in beiden Gruppen wurde mit dem T-Test verglichen. Ein p-Wert <0,05 wurde als statistisch signifikant angesehen.
Ergebnisse: Das durchschnittliche Lebensalter in Gruppe I lag bei 46,4±8, 2 Jahren (Spannweite: 29-60, Median: 47,0) verglichen mit 50,4±7,3 Jahren (Spannweite: 36-60, Median: 52,0) in Gruppe II. Das Lebensalter zeigte keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen. (p=0,112). Die Östrogenkonzentration in Gruppe I lag bei 242,6±305,9 pmol/ l verglichen mit 94,8±110,8 pmol/ l in Gruppe II. Dieser Unterschied war statistisch signifikant (p=0,04).
Schlussfolgerungen: Unsere Ergebnisse zeigten, dass die Östrogenkonzentration bei Glaukompatienten im Vergleich zu einer alterskorrelierten Kontrollgruppe signifikant reduziert war. Bisher konnte nicht erklärt werden in wieweit niedrige Östrogenspiegel bei Glaukompatienten einen nachteiligen Effekt auf die Entstehung sowie Progression eines Glaukoms haben. Eine antioxidative und neuroprotektive Wirkung des Östrogens konnte bereits in mehreren Studien experimentell bewiesen werden. In Anbetracht der beobachteten niedrigen Östrogenspiegel könnte ein möglicher protektiver Effekt bei Glaukompatienten durch einen relativen Östrogenmangel reduziert sein. Dieser Ansatz stellt womöglich eine sinnvolle therapeutische Option dar, die jedoch bisher theoretisch bleibt. Weitere Studien sollten folgen, die mehr Informationen über einen möglichen klinischen Einsatz dieses Hormons in der Behandlung des Glaukoms liefern.

 
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