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Abstract

FR.22.01

Die Kammerwasserproduktion – ein historischer Überblick

Erb C.
Augenabteilung der Schlosspark-Klinik, Berlin

Die Entstehung des Kammerwassers war noch Anfang des letzten Jahrhunderts unklar. Es wurde zwar bereits der Ziliarkörper als Ursprungsort genannt (Leber, 1903), jedoch waren auch die Iris (Hamburger 1914) und der Glaskörper diskutiert worden. Dabei wurde das Kammerwasser als ein Transudat durch erhöhten Blutdruck und Gefäßerweiterung (Butler 1908) sowie als ein Transudat mit „gewissen Bestandteilen des Blutserums, Eiweiß und Antikörper“ (Wessely 1910) beschrieben.
Bereits in den 20iger Jahren wurden die Ziliarkörperepithelien der Kammerwasserproduktion zugeordnet. Es wurde dort eine Quellung und Vakuolenbildung im unpigmentierten Ziliarkörperepithel gefunden (Gilbert 1921). Zudem wurden den Ziliarepithelien „elektive Funktionen“ sowie durch den Nachweis eines elektrischen Stroms die Sekretionstätigkeit zugeschrieben (Seidel 1920/21). Thiel (1923) beschrieb eine Undurchlässigkeit des Ziliarkörpers auf Fluoreszein und deutete somit auf die Blut-Kammerwasserschranke hin, die durch Franzeschetti und Wieland (1928) bestätigt wurde. Außerdem erfolgten erste Experimente zum Ionenfluß (Gädertz 1928, Abe 1928). Aber erst der Hinweis, dass die Ascorbinsäure im Kammerwasser um ein Mehrfaches höher als im Plasma ist (Kinsey 1947) wies auf aktive Transportmechanismen im Ziliarkörper hin. Bis in die heutige Zeit werden diese aktiven Transportprozesse genauer aufgeschlüsselt und ihre Regulationen untersucht.

 
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