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Abstract

P 015

Bilaterales Winkelblockglaukom bei Sphärophakie und relativem anterioren Mikrophtalmus (RAM) nach Retinopathia prämaturorum (ROP)

Heinrich S., Krause L., Wachtlin J., Willerding G., Bechrakis N., Foerster M. H.
Augenklinik, Campus Benjamin Franklin, Charité - Universitätsmedizin Berlin

Ziel: Winkelblockglaukome im Erwachsenenalter nach ROP sind meist mit einem relativen anterioren Mikroophtalmus assoziiert. In den wenigen Publikationen wird überwiegend eine Abflachung der Vorderkammer durch retrolentale Membranen als Ursache beschrieben. Eine Sphärophakie, mit Winkelblock und beidseitiger Tensioentgleisung wie im vorliegenden Fall, ist eine seltene Entität.
Kasuistik: Ein 23-jähriger Patient stellte sich mit der Symptomatik einer akuten beiderseitigen Druckerhöhung und dem fundusskopischen Bild einer ROP III+ vor. Die deutliche Dekompensation des Augeninnendrucks (mit Werten bis 62 mmHg) ließ sich durch topische und systemische Therapie nur kurzfristig auf Werte unter 30 mmHg senken. Eine am rechten Auge durchgeführte Yag-Iridotomie erzielte ebenfalls keine befriedigende Drucksenkung. Skiaskopisch stellten wir zunächst eine Myopie von -5,0 rechts bzw. -6,0 links fest. Die Biometrie zeigte eine Vorderkammertiefe von 1,95 bzw. 2,07 mm und eine Achsenlänge von 21,04 bzw. 21.12 mm. Die echographisch gemessene Linsendicke von 4,16 bzw. 3,96 mm, führte zur Diagnose der (myopisierenden) Sphärophakie und des sekundären Winkelblockglaukoms bei relativem anterioren Mikroophthalmus. Wir führten eine beiderseitige Lensektomie (Phako +28,0 bzw. +27,0 dpt HKL) durch. Hiernach konnten die Druckwerte im Bereich von 20 bzw. 15 mmHg normalisiert werden, die Zielrefraktion von etwa -0,5 dpt wurde erreicht.
Schlussfolgerungen: Die Ausbildung eines klassischen anterioren Mikroophtalmus nach ROP und ROP-Therapie sind bisher als ursächlich für eine progrediente Abflachung der Vorderkammer und einen dadurch begünstigten Winkelblock beschrieben. Im vorliegenden Fall einer Sphärophakie assoziierten Vorderkammerabflachung konnte durch eine Katarakt-OP eine befriedigende Drucksenkung erzielt werden.

 
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