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Abstract

SO.20.12

Rezidiv-Verhalten bei okulärer Toxoplasmose

Garweg J. G., Scherrer J. N. 
Swiss Eye Institute, Bern, und Kantonsspital St. Gallen, Schweiz

Ziel: Die Diagnostik und Therapie der okulären Toxoplasmose (OT) löst jedes Jahr eine erhebliche Anzahl Konsultationen aus. Damit besteht auch ein grosses Interesse, möglichst viel über das Rezidivverhalten der Erkrankung in Europa zu erfahren.
Methode: In die vorliegende deskriptive Fallserie wurden retrospektiv 139 Patienten mit OT eingeschlossen. Alle Patienten wurden nach Genehmigung durch die lokalen Ethikbehörden schriftlich kontaktiert, 63 der Patienten schickten den vollständig beantworteten Fragebogen zurück. Die Angaben wurden den Aufzeichnungen aus unseren Krankengeschichten gegenübergestellt. Es wurden das von den Patienten angegebene Alter bei der Erstmanifestation und das Alter bei Erstvorstellung und bei Rezidiven in unserer Klinik erfasst. Die Patienten wurden anhand des medianen Alters bei Erstmanifestation eingeteilt. Für die statistische Analyse wurde ein Signifikanzniveau von p=0.05 festgelegt.
Ergebnisse: Das mittlere angegebene Alter bei Erstmanifestation betrug 23.9 (median 20.9; 0-70.5, ±12.9) Jahre. Die klinische Diagnose erfolgte aber im Schnitt erst 3.5 Jahre später (p=0.0008). Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 6.5 (median 5.0; 0.6-49.9, ±7.6) Jahre. Beide Gruppen (Gruppe 1: <20.9 Jahre; n=35; Gruppe 2: ³20.9 Jahre; n=28) unterschieden sich in ihren Rezidivhäufigkeiten mit 66% für die jüngeren und 39% für die älteren Patienten (c2-Test: p<0.05). Die Patienten mit nur einer Episode (n=16) waren bei der Erstpräsentation im Mittel 26.9 (median 25.6; 10.6-70.5; ±14.3) Jahre alt, die mit zwei Episoden (n=19) mit 17.9 (median 19.5; 5.9-33.9; ±7.8) Jahren deutlich jünger [p<0.05]. Der Anteil Patienten, der ein nächstes Rezidiv entwickelte, bewegte sich nach jeder Episode konstant zwischen 50-70%, das Interval bis zum Auftreten eines neuen Rezidivs zwischen 1.0-1.7 Jahren.
Schlussfolgerungen: Jüngere Patienten mit OT haben ein höheres Rezidivrisiko. Nach jeder OT Episode entwickeln etwa zwei Drittel der Patienten ein weiteres Rezidiv nach relativ kurzer Zeit.

 
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