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Abstract

SO.20.04

Visusprognose bei Kindern mit kongenitaler Toxoplasmose

Garweg J. G.1, Wallon M.2, Peyron F.2
1Swiss Eye Institute, Bern, Schweiz; 2Hopital Croix Rousse, Universite de Lyon II, Lyon, Frankreich

Ziel: In letzter Zeit wurden zahlreiche Studien zur Wirkung der Therapie bei kongenitaler Toxoplasmose (kT) publiziert. Wir haben die funktionellen Resultate aus unserer eigenen Kohorte von 430 Kindern mit kT den publizierten Ergebnissen gegenübergestellt, um den Stellenwert der Diagnostik und den Effekt der Therapie daraus abschätzen zu können.
Methode: 30.2% (130) unserer Patienten entwickelten im Verlauf des medianen Follow-up von 12 Jahren eine Augenbeteiligung. Diese Ergebnisse ergänzen gut das Bild, das sich aus den kürzlich publizierten Ergebnissen ergibt mit einer Augenbeteiligung von 19-39% 19-39% bei einer Nachbeobachtungszeit von 1-4.5 Jahren ergibt.
Ergebnisse: Nur zwei Kinder aus der eigenen Kohorte oder 1.6% aller Kinder haben eine beidseitige schwere Einschränkung ihrer Sehfunktion erfahren. Diese Ergebnisse wurden bei unserer eigenen Kohorte und den moisten publizierten Serien durch eine frühzeitige prä- und postpartale Therapie bis zum Abschluss des ersten Lebensjahres erreicht. Sie sind deutlich besser als aus früher publizierten Serien ohne oder mit kürzeren Therapieprotokollen zu erwarten gewesen wäre, was möglicherweise auf eine frühere Diagnosestellung und Therapie zurückzuführen ist. Passend dazu fand die kürzlich erschienene SYROCOT Metaanalyse zur pränatalen Therapie Hinweise für eine Risikoreduktion der Übertragung der Infektion von der Mutter auf das ungeborene Kind bei möglichst früher pränataler Therapie. Andererseits reicht der Effekt der pränatalen Therapie nicht aus, um neue Organmanifestationen zu verhindern, und trotz Therapie im ersten Lebensjahr werden gelegentlich neue chorioretinale Läsionen beobachtet.
Schlussfolgerungen: Solange randomisierte klinische Studien fehlen, muss davon ausgegangen werden, dass ein kleiner aber möglicherweise relevanter Nutzen durch die prä- und postnatale Therapie erzielt wird. Auch wenn einzelne Kinder die Therapie nicht so gut vertragen, sprechen die Ergebnisse der kürzlich publizierten Studien klar für eine frühzeitige Diagnostik und Therapie der kongenitalen und Schwangerschafts-Toxoplasmose.

 
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