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Abstract

P 157

Größere Papillenfläche als mögliches Selektionsartefakt für die vermehrter Abklärung per Heidelberg-Retina-Tomographie (HRT) bei jungen Patienten

Schafia A., Jonescu-Cuypers C., Löw U. , Seitz B. 
Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar

Ziel: In dieser Querschnittsuntersuchung von HRT Messungen wurde untersucht, ob sich die mittlere Papillenfläche bei jungen versus älteren Patienten aus einer Kohorte von Patienten der Glaukomsprechstunde unterscheidet und ob eine größere Papillenfläche bei jungen Patienten möglicherweise eher zur weiteren Abklärung per HRT führt.
Methode: HRT Messungen der Papillenfläche (optic disc area=ODA) und Cup-Disc-Ratio (CDR) von zwei Gruppen aus einer Kohorte von Patienten mit Glaukom oder Glaukomverdacht wurden untersucht. Die Papillenbeurteilung erfolgte einmalig durch HRT (Querschnittsuntersuchung).
Gruppe A: N=100 Patienten 26 Jahre alt oder jünger. Gruppe B: N=887 Patienten 27 Jahre oder älter Die statistische Auswertung wurde mit SPSS 11.0 durchgeführt
Ergebnisse: Gruppe A: mittleres Alter 17,1(±5,56) Jahre, mittlere gemessene ODA von 2,28(±0,34) mm2 und mittlere CDR von 0,34(±0,18). Es zeigte sich in dieser Gruppe keine Korrelation zwischen Alter und ODA (R=0,01) sowie Alter und CDR (R=0,039).
Gruppe B: mittleres Alter 54,9(±14,10) Jahre, mittlere gemessene ODA von 2,19(±0,66) mm2 und mittlere CDR von 0,37(±0,23). Es zeigte sich auch in dieser Gruppe keine Korrelation zwischen Alter und ODA (R=0,01) sowie Alter und CDR (R=0,036).
Die mittlere ODA in Gruppe A war signifikant größer als die mittlere ODA in Gruppe B (p<0,04)
Schlussfolgerungen: Die mittlere Papillenfläche der jüngeren Patienten war signifikant größer als die mittlere Papillenfläche der älteren Patienten. Dies könnte ein Hinweis auf ein mögliches Selektionsartefakt sein, dahingehend dass bei jungen Patienten mit größeren Papillen häufiger eine weitere HRT Abklärung für notwendig erachtet wird. Für die größere Papillenfläche als Ursache eines Selektionsartefaktes spricht auch, dass die gefundene mittlere Cup-Disc-Ratio bei den jüngeren Patienten eher kleiner als bei den älteren Patienten ist.

 
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