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AbstractSO.16.07 Manifestationen und Therapie von primären systemischen Vaskulitiden aus augenärztlicher Sicht Nölle B. Jeder Patient mit einer primären systemischen Vaskulitis (PSV) ist potentiell auch ein ophthalmologischer Patient, der diagnostisch und therapeutisch eine besondere Herausforderung für den Augenarzt bedeuten kann. Patienten mit PSV können im Auge, einzelnen okulären Gewebekompartimenten oder im okulären Adnexgewebe sehr heterogene akute oder chronische Symptome aufweisen. Das häufigste Symptom ist ein Sicca-Syndrom, selten sind schwere Verläufe bei PSV. Im Bereich der Tränenwege sind insbesondere bei der Wegener Granulomatose Stenosen, Verschlüsse, Tränensackentzündungen und Destruktionen mit orbitonasalen Fisteln möglich. Die Orbita kann granulomatöse und vaskulitische Mitbeteiligungen der PSV zeigen und zu einer Protrusio bulbi, Aderhautfalten, Motiltitätseinschränkungen, Schmerzen und Sehverlust führen. Die Hornhaut kann in Form einer Randkeratitis vaskulitische Mitbeteiligungen durch eine Limbusvaskulitis aufweisen, selten sind Ulzerationen bis zur Perforation möglich. Die Sklera kann fokal, segmental oder diffus mit oder ohne Gewebeeinschmelzung als Episkleritis oder Skleritis bei einer PSV mitbetroffen sein. Beteiligungen der Retina bei PSV sind vielgestaltig als Vaskulitis, Infiltrate, Blutungen, Ischämien oder Gefäßokklusionen möglich. Der Sehnerv kann vaskulitisch oder durch eine Kompressionsoptikopathie geschädigt werden. Kein okuläres Symptom ist spezifisch für eine PSV, aber eine okuläre Entzündung kann Erstsymptom einer PSV sein, daher sollte der Augenarzt die gesamte Differentialdiagnostik der PSV beachten. Die radiologische Bildgebung der Orbita mit CT bzw. MRT sollte auch der Augenarzt interpretieren. Die ophthalmologische Therapie umfasst alle üblichen topischen Medikamente, Hilfsmaßnahmen und ophthalmochirurgischen Maßnahmen. Darüberhinaus kann aus ophthalmologischer Sicht die Indikation und Dosisanpassung von systemischen Immunsuppressiva begründet sein. Eine optimale Betreuung bei PSV läßt sich in der Regel nur interdisziplinär realisieren. |
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