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Abstract

SO.19.05

Entwicklung europaweit standardisierter Glaukom-Datensätze und Anpassung von glaukomrelevanten Terminologien für elektronische Patientenakten und Telekonsultations-Systeme

Schargus M.1, Dannheim F.2, Zeyen T.3, Grehn F.1
1Universitäts-Augenklinik Würzburg, 2Universität Hamburg, 3Universitäts-Augenklinik Leuven, Belgien

Ziel: Die zunehmende Digitalisierung der Patientenakten und die Möglichkeit des Datenaustausches durch Vernetzung verschiedener diagnostischer Geräte eröffnet viele neue Möglichkeiten, die in der Praxis selten genutzt werden. Gerade der Glaukompatient könnte aufgrund des langwierigen Verlaufes von einer elektronischen Langzeitdatenspeicherung seiner glaukomrelevanten Untersuchungsbefunde profitieren. Daher müssen als Basis für eine Langzeitarchivierung einheitlich Terminologien und Datensätze entwickelt werden.
Methode: Analysiert wurden verschiedene, bereits auf dem ophthalmologischen Sektor vorliegende, IT-basierende Projekte (OPHTEL, Diab-Card, DOAS). Daraufhin wurde ein auf den klinischen Einsatz optimierter multilingualer Datensatz für die Dokumentation von glaukomrelevanten Befunden entwickelt. Durch exemplarischen Datenaustausch einzelner Patientenfälle (n=14) aus 7 unterschiedlichen europäischen Glaukomzentren sollte die Effektivität der Datenerhebung auch für den Ansatz der Telekonsultation bei Glaukompatienten geprüft und evaluiert werden.
Ergebnisse: Präsentiert werden Beispiel-Datensätze sowie Eingabemasken für die Datenerhebung. Um eine einfache Umsetzbarkeit in andere Sprachen zu gewährleisten, wurde auf Freitexteingaben weitgehend verzichtet. Anhand bestehender Terminologien (European-Glaucoma-Society Guidelines) wurde eine Erweiterung des bestehenden ICD Codes für Glaukome realisiert ohne die Abwärtskompatibilität zu verlieren.
Schlussfolgerungen: Die Entwicklung europaweit einheitlicher Dokumentationsstandards für die Terminologie und praxistauglicher Datensätze für die Erhebung von glaukomrelevanten Untersuchungsdaten stellt die Basis für zukünftige qualitätssicherungs- und telemedizinische-Projekte dar. Durch den Datenaustausch zwischen verschiedenen Glaukomzentren konnte ein Telekonsultationssystem bereits erfolgreich simuliert werden. In einer weiteren Entwicklungsstufe können Behandlungsrichtlinien integriert werden, die als eine Entscheidungshilfe im Sinne zukünftiger Disease Management Programme (DMP) fungieren können.

 
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