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105. DOG-Kongress Home
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AbstractFR.19.06 7 Jahre Wissenschaftsaustausch mit Kinshasa (D.R. Congo) Herausforderungen und Perspektiven Schittkowski M. P., Guthoff R. F. Universitäts-Augenklinik Rostock Gemäß des Aufrufes der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG), für jede deutsche Universitätsaugenklinik einen Partner in der so genannten Dritten Welt zu finden, wurde seitens der Universitätsaugenklinik Rostock im Jahre 2000 nach intensiven Vorgesprächen mit der Christoffel-Blindenmission (CBM) zunächst nach einem geeignetem Kooperationspartner gesucht. Im Gegensatz zu anderen Regionen der Erde wie Asien und Lateinamerika gibt es bisher nur begrenzt augenärztliche Zusammenarbeit mit Schwarzafrika. Im CBM-finanzierten und von der katholischen Kirche geführten St. Josephs Hospital sowie in der gleichfalls CBM-unterstützten Universitätsaugenklinik fanden sich zwei Kooperationspartner in Kinshasa (D.R.C.), die auf Grund ihrer ganz unterschiedlichen Strukturen auch unterschiedliche Wege der Zusammenarbeit ermöglichten. Erstes Aufgabenfeld war die Unterstützung von bereits angelaufenen Erhebungen zur kindlichen Blindheitsursachen und daraus mögliche Behandlungs- bzw. Präventionsstrategien abzuleiten. Die Blindheitsursachen bei Kindern unterscheiden sich in Europa grundlegend von denen in den Entwicklungsländern. Erstgenannte erblinden hauptsächlich wegen Netzhauterkrankungen (ROP), Optikusatrophie oder Affektionen höherer Sehbahnanteile. In Entwicklungsländern stehen Hornhauttrübungen bzw. -narben an erster Stelle. Diese beruhen zum größten Teil auf Vitamin-A-Mangel und/oder Masern-Infektion und zu einem geringeren Teil aber auch auf Verätzung nach Anwendung traditioneller Heilmittel. Nachfolgend müssen genannt werden Phthisis bulbi, unbehandelte Refraktionsanomalie und Optikusatrophie. Eine besondere Rolle nimmt die kongenitale Katarakt ein. Diese ist in wenig entwickelten Ländern überdurchschnittlich häufig für vermeidbare kindliche Erblindung verantwortlich zu machen. Eigene Erfahrungen aus der D.R.C. belegen, dass durch Initiierung entsprechender Operationsprogramme, die vor allem die nachhaltige Entwicklung lokaler Behandlungsmöglichkeiten beinhalten sollten, eine dramatische Abnahme der Prävalenz zu erreichen ist. Parallel zur Etablierung der Chirurgie kindlicher Katarakte wurden Feldstudien glaukomrelevanter Parameter durchgeführt. Es gelang, ca. 1000 Probanden zu untersuchen und wissenschaftlich auszuwerten. Eine weitere Kooperation besteht in der Begleitung einer Pilotstudie zur Zyklophotokoagulation bei Primärem Offenwinkelglaukom. Auf augenärztlichem Gebiet sind zahlreiche wissenschaftliche Kooperationsmöglichkeiten gegeben, da zu vielen relevanten Fragestellungen bisher keine Studien existieren. Der Aufbau einer wissenschaftlichen Zusammenarbeit ist von den erheblichen lokalen ökonomischen Problemen und den enormen infrastruktuellen Defiziten geprägt. Hier gilt es, mit Beharrlichkeit und Kontinuität und der Unterstützung der NGOs, allen voran der CBM, sowie mit eingeworbenen Spenden aus der Industrie Abhilfe zu schaffen. Sind die Anfangsschwierigkeiten überwunden und Arbeitsfelder definiert, so kann der Wissenschaftsaustausch zum beiderseitigen Vorteil gestaltet werden; die lokalen Partner können Therapie- und/oder Screeningstrategien erarbeiten bzw. überprüfen und die deutschen Partner profitieren von der Erweiterung ihres Erfahrungsschatzes bis hin zur Grundlagenforschung (z.B. Genese des Bindehautkarzinoms/HIV-Assoziation).
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