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Abstract

SA.22.09

Infektiös bedingte Augenerkrankungen – vom Trachom zu anderen vermeidbaren Erblindungsursachen in der Region des Mittleren Ostens mit Ostafrika

Bialasiewicz A. A.1, Becker H.2, Thakral A.1, Breidenbach K.3, Ganguly S.4
1Department of Ophthalmology and School of Ophthalmic Technicians and 4Department of Epidemiology and Statistics, College of Medicine and Health Sciences, Sultan Qaboos University, Muscat, Oman; 2Department of Ophthalmology, SIV, Toensberg, Norway; 3Department of Ophthalmology, Al Shatti Hospital, Muscat Oman

Die Veränderung des Krankheitsspektrums, der Häufigkeit und der Risikofaktoren von wichtigen infektiösen Erblindungsursachen an einem universitären Tertiärzentrum werden am Bespiel von Oman, einem Land mit einer multiethnischen Bevölkerung und guten Hygienestandards diskutiert.
Methoden: In einer retrospektiven Single-Center Kohortenstudie an der Augenklinik der Sultan Qaboos Universität wurden demographische Daten und Risikofaktoren hospitalisierter Patienten mit signifikanten potentiell zur Erblindung führenden infektiös bedingten Erkrankungen von 2001-2005 ausgewertet.
Ergebnisse: Epibulbäre und intraokulare Infektionen: An erster Stelle stehen Keratitiden (326 Augen, Risikofaktoren Trauma: 156 Augen (48%) wie z.B. Dattelpalmen: 86, Tierhufe: 28, Fin­gernagel: 21, und Übertragen weicher Kontaktlinsen: 116 Augen (36%)). Endophthalmitis: Es folgen posttraumatische (63 Augen), postoperative (26 Augen), und metastatische (3) Endophthalmitiden. Retinitis: 4 Patienten (2 Augen) mit HIV-Infektion. Retinochorioiditis: Toxoplasmareaktivierung: 12 Patienten (14 Augen).
Adnex- und Hautinfektionen: bakterielle Dakryozystitis wurde bei 16 Patienten behandelt, Sandfliegenlarven wurden von den Tränenwegen 2x entfernt. Bei 4 Patienten waren andere Augenlidinfektionen durch Histoplasmose und Leishmaniasis bedingt. Infektiöse Anfangsstadien von Trachom konnten bei nur 5 Patienten (10 Augen) in 5 Jahren beobachtet werden. Intraokulare Parasiten und Malariamanifestationen konnten nicht dokumentiert werden.
Im Vergleich mit den historischen Daten zu vermeidbaren Bllindheit durch endemisches Trachom hat sich das Spektrum der infektiösen Erblindungsursachen – bedingt durch Verhaltens- und Lifestyle-Änderungen zu infizierten Verletzungen und nosokomialen Infektionen hin geändert. Die Ursachen der „neuen“ Infektionsprobleme sind aber genauso vermeidbar wie das Trachom, wenn sich gewisse Verhaltensänderungen erreichen liessen.

 
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