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Abstract

SO.16.06

Manifestationen und Therapie von primären systemischen Vaskulitiden aus HNO-ärztlicher Sicht

Gottschlich S.
Klinik für Hals-, Nasen- Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Vortragende: Frau Dr. Asita Fazil

Die immunsuppressive Therapie hat die Wegener'sche Granulomatose (WG) zu einer behandelbaren Erkrankung mit chronisch-rezidivierendem Verlauf gemacht. Deshalb ist eine frühe Diagnose der WG von großer Bedeutung. Aufgrund der frühen und häufigen Symptome der WG im Kopf-Hals-Bereich kommt dem HNO-Arzt eine wichtige Rolle bei der frühen Diagnose und der schnellen Initiierung der immunsuppressiven Therapie bei der WG zu. Ein weiterer wichtiger Aspekt der hno-ärztlichen Tätigkeit bei Patienten mit WG ist die Aktivitäts- und Verlaufsbeurteilung. Bei bis zu 95% der Patienten mit WG zeigen sich Symptome im Kopf-Hals-Bereich. Häufige Manifestationen sind Sinusitiden, Verkrustungen der Nase, Nasenbluten, die Entwicklung einer Sattelnase, Mittel- und Innenohrsymptome sowie subglottische Stenosen. Die Häufigkeit der Manifestation im Kopf-Hals-Bereich unterliegt starken Schwankungen, wobei die nasale oder sinunasale Manifestation dominiert. Ein weiteres häufiges Problem ist die Entwicklung eines Paukenergusses, primärer oder sekundärer Natur, mit für die Patienten teilweise sehr belastender Schwerhörigkeit. Sinnvolle Maßnahme ist die auch in lokaler Narkose durchführbare Einlage von Paukenröhrchen. Die dritte Manifestationslokalisation, die ein Eingreifen des HNO-Arztes nötig machen kann, ist die subglottische Stenose, die im Rahmen von Infekten der oberen Atemwege, akut exazerbieren kann. Hier ist die konservative Dilatation der Subglottis als Mittel der Wahl anzusehen, bis durch die Optimierung einer systemischen Therapie die lokale Krankheitsaktivität reduziert werden kann. Eine weitere Aufgabe des HNO-Arztes ist die Hilfestellung, die dem Rheumatologen durch die einfach durchzuführende Gewebeentnahme in der Nase bei der Etablierung und Bestätigung der klinische Verdachtsdiagnose gegeben werden kann. Zusammenfassend muss festgehalten werden, dass die chirurgische Intervention von Seiten des HNO-Arztes auf wenige Indikationen beschränkt ist und immer interdisziplinärer Diskussion bedarf.

 
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