DOG Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft 105. DOG-Kongress
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Abstract

P 163

Objektive Beurteilung von spektralen Strömungskurven bei der Farbdoppler-Sonographie – eine alternative Methode zur Beurteilung Doppler-sonographischer Untersuchungen

Wiermann A., Klemm M., Galambos P., Wagenfeld L., Richard G., Zeitz O.
Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Ziel: Doppler-sonographische Untersuchungen werden üblicherweise ausgewertet, indem die systolische Spitzenflussgeschwindigkeit (PSV) und die enddiastolische Flussgeschwindigkeit (EDV) ermittelt werden. Eine individuelle Beurteilung des Ergebnisses ist aufgrund der großen Variabilität der Messwerte nicht möglich. Bei der letztjährigen Tagung der DOG stellten die Autoren ein Konzept vor, nach dem die Verteilung des Blutflusses über den Herzzyklus ausgewertet worden ist (DOG 2006, Poster Nr. 063). Die Bewertung dieser sog. Strömungsprofile erfolgte bislang arbiträr. Es wurde inzwischen ein computergestützter objektiver Algorithmus entwickelt. Dieser und erste Anwendungsergebnisse bei Glaukompatienten sollen hier vorgestellt werden.
Methode: 50 spektrale Strömungskurven aus der A. ciliaris posterior brevis von 23 Normalprobanden und 27 Glaukompatienten wurden untersucht. Dabei wurde zunächst die Strömungskurve anhand eines Digitalisierungsprogrammes (DigitizeIT®) in einem Koordinatensystem in ihre einzelnen Punkte aufgeteilt. Danach wurde das sog. Hintergrundrauschen berechnet. Eine Einteilung der Strömungskurvenprofile erfolgte anhand des Schnittpunktes der Kurve mit dem Hintergrundrauschen: eine „normale“ Kurve befindet sich über den gesamten Herzzyklus (>95%) hinweg über dem Hintergrundrauschen und eine „unnormale“ Kurve zu weniger als 95% des Herzzyklus über dem Hintergrundrauschen.
Ergebnisse: Die Ergebnisse der digitalisierten Bewertung der Kurvenformen entsprachen in 96% der zuvor arbiträr bewerteten Spektralkurvenform. 81,5% der so bewerteten Glaukompatienten (22 von 27) zeigten eine unnormale Kurvenform, während nur 34,8% der Normalprobanden eine unnormale Kurvenform aufwiesen (8 von 23).
Schlussfolgerungen: Das entwickelte Verfahren eignet sich zur objektiven Beurteilung von Strömungskurvenprofilen und lässt damit eine individuelle Einschätzung der Durchblutungssituation des Einzelnen zu, ohne auf ungenaue und für das Individuum nicht anzuwendende Mittelwerte von Strömungsgeschwindigkeiten zugreifen zu müssen.

 
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