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Abstract

SA.19.05

Intraoperative Viscoelasticum-Tamponade des Makulaforamens verbessert die Visusrehabilitation nach Vitrektomie mit Indozyaningrün-assistiertem ILM-Peeling

Schüler A., Lucke K., Bopp S. 
Augenklinik Universitätsallee, Bremen

Ziel: In einer retrospektiven Fall-Kontrollstudie wurden die anatomischen Erfolgsraten und Visusergebnisse nach Indozyaningrün (ICG)-assistiertem Peeling der Lamina limitans interna (ILM) analysiert. Zur Vermeidung eines Kontakts zwischen Farbstoff, Fovea und Subretinalraum erfolgte bei einem Teil der Augen eine passagere Tamponade des Makulaforamens mit Viscoelastika während der ILM-Anfärbung.
Methode: 608 phake Augen, behandelt zwischen Februar 2000 und Oktober 2006, wurden eingeschlossen. Nach einzeitiger Katarakt-OP und Vitrektomie mit ICG-assistiertem ILM-Peeling erfolgte eine Gastamponade (SF6: 11%; C2F6: 81%; C3F8: 8%). Das mittlere Alter der Patienten lag bei 67,9±6,6 Jahren. Intraoperativ lag bei 74% ein Stadium 3-Foramen vor und bei 24% ein Stadium 4-Foramen. Der mittlere präoperative LogMAR-Visus lag bei 0,74±0,29. Das mittlere Follow-up betrug 6,6±9.9 Monate.
Ergebnisse: Bei 267 Augen (44%) erfolgte vor der Anfärbung mit ICG ein Schutz des Makulaforamenreales. Bei 341 Augen (56%) erfolge die ILM-Anfärbung in Standardtechnik. In beiden Gruppen war das Patientenalters (p=0,07), die Gass-Klassifikation (p=0,13) und der Ausgangsvisus (p=0,31) und die anatomische Lochverschlußrate (96,4% versus 95,8%, p=0,71) identisch. Nach 6 Wochen stieg der LogMAR-Visus in der Gruppe mit Makulaforamenschutz um -0,27 ± 0,29 an. Nach Standardtherapie war der Visusanstieg signifikant geringer (-0,18±0,3, p<0,001). Die Nachbeobachtungsdauer lag in der Gruppe mit Tamponadeschutz bei 4,7±7.0 Monaten und nach Standardtherapie bei 8,3±11,4 Monaten. Zu diesem Zeitpunkt war der Visusanstieg mit -0,30±0,29 versus -0,26±0,37 nicht mehr signifikant unterschiedlich (p=0,35).
Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse sprechen für eine zumindest kurzfristige Toxizität des ICG im Rahmen der Makulaforamen-Chirurgie die durch eine Viscoelastikum-Tamponade des Makulaforamens während der Anfärbung reduziert werden kann.

 
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