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AbstractSO.19.04 Histopathologische Artefakte bei enukleierten Augen mit Retinoblastom Richter M. N.1, Braun-Elwert S.1, Willerding G.1, Coupland S. E.2, Heimann H.2, Foerster M. H.1, Bechrakis N. E.1 1Augenklinik, Campus Benjamin Franklin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; 2St Paul`s Eye Unit, Royal Liverpool University Hospital, Liverpool, United Kingdom Ziel: Der histologische Nachweis von Retinoblastomzellinfiltration in Aderhaut und Optikus hat therapeutische Konsequenzen bezüglich einer gegebenfalls indizierten adjuvanten Chemotherapie. Zur humangenetischen Untersuchung kann die Analyse von Tumorgewebe erforderlich sein, welches direkt nach der Enukleation frisch aus dem Bulbus entnommen werden muss. Dabei kann es auf Grund der weichen und bröckeligen Konsistenz des Retinoblastoms zur Verschleppung von Tumorgewebe und einer vorgetäuschten Gewebsinfiltration kommen (Artefakt). Methode: In einer retrospektiven Studie wurden 50 Augen von 49 Patienten mit Retinoblastom untersucht (Enukleation zwischen 1993 und 2005). 26 Augen wurden primär in Formalin fixiert (Gruppe 1), bei 24 Augen wurde direkt nach Bulbusentnahme und vor Fixation in Formalin frisches Tumorgewebe entnommen (Gruppe 2). Untersucht wurden die Häufigkeit, Lokalisation, Gruppierung und die Art der Artefakte in beiden Gruppen. Bei der histologischen Auswertung wurden zwei Arten von Artefakten unterschieden: Artefakte in einer zweiten Ebene (Präparationsartefakt) und Artefakte in der Präparatebene (Ebenenartefakt). Ergebnisse: Ebenenartefakte traten in beiden Gruppen bei 23 Augen auf. Bei vor Eröffnung fixierten Augen waren 53, bei den unfixierten Augen 97 Ebenenartefakte zu finden, jeweils nur innerhalb des Bulbus zu sehen. Präparationsartefakte waren in allen Augen vorhanden und weitaus häufiger: 162 in Gruppe 1, 173 in Gruppe 2. Der größte Teil der Artefakte war gekennzeichnet durch das Auftreten vitaler Tumorzellgruppen. Schlussfolgerungen: Insgesamt sind bei 96% der Augen die nicht vor Eröffnung fixiert wurden und bei 88% der vorher in Formalin fixierten Augen Artefakte zu finden. Präparationsartefakte waren häufiger als Ebenenartefakte und traten in allen Augen auf. Sowohl die Untersuchung von Serienschnitten und der den Tumor umgebenden Strukturen als auch die Kenntniss der Fixationsart ist wichtig für die Interpretation der Artefakte.
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