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Abstract

FR.18.05

Das Potenzial morphologischer und elektrophysiologischer Untersuchungsverfahren für die Beurteilung der Papille

Rüther K., Schroeter J.
Charité-Augenlinik Campus Virchow-Klinikum, Berlin

Ziel: Veränderungen der Papille, insbesondere Schwellungen und Optikusatrophie, stellen zuweilen ein differenzialdiagnostisches Problem dar. Neben der Gesichtsfelduntersuchung und dem Aspekt der Papille stehen eine zunehmende Zahl funktioneller und morphologischer Untersuchungsverfahren zur Verfügung. Es soll an Hand typischer Fallbeispiele dargestellt werden, in welchen Fällen elektrophysiologische Verfahren sinnvoll sind, wann die Morphologie ausreicht oder eine Kombination sinnvoll erscheint.
Methode: Anhand konsekutiver Fälle aus der neuroophthalmologischen Sprechstunde soll das Potenzial insbesondere der Echographie und Optischen Kohärenztomographie einerseits sowie des VEP und elektroretinographischer Verfahren andererseits veranschaulicht werden.
Ergebnisse: Zentrale Bedeutung für die Beurteilung von Papillenveränderungen haben Anam­nese, Visus, Gesichtsfeld und ophthalmoskopischer Befund. Der Nachweis von Drusen der Papille ist eine Domäne der Echographie. Die Optische Kohärenztomographie ermöglicht eine zuverlässige Verlaufkontrolle von Papillenschwellungen. Während bei der Optikusatro­phie die Elektroretinographie eine ent­schei­dende differenzialdiagnostische Rolle spielt (Optikus­atrophie nach ZAV, bei Netzhaut- und Makuladystrophie), kann das VEP für die Einordnung von Papillenschwellungen zwar hilfreich sein, ist jedoch durch seine geringe Spezifität in seiner Aussagekraft begrenzt.
Schlussfolgerungen: Sowohl morphologische Untersuchungsverfahren als auch elektro­physiologische Methoden spielen eine wichtige Rolle für das Management von Papillen­ver­än­derungen. Morphologische Verfahren haben dabei insbeson­de­re eine große Bedeutung für die Erkennung von Papillendrusen sowie für die Verlaufskontrolle von Pa­pil­len­schwellun­gen. Elektrophysiologische Verfahren sind darüber hinaus in einigen Fällen unverzichtbar für die differenzialdiagnostische Einordnung einer Optikusatrophie.

 
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