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AbstractDO.24.03 Bilaterale konjunktivale Plattenepithelneoplasie bei Neurodermitis: Zwei Fälle mit unterschiedlichen Verläufen Gericke A.1, Pitz S.1, Strempel I.2, Sekundo W.1 1Augenklinik der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz; 2Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Standort Marburg Ziel: Die OSSN (ocular surface squamous neoplasia) ist eine seltene Erkrankung mit einer Inzidenz von 0,02-3,5 pro 100 000 Einwohner. Bekannte Risikofaktoren sind eine vermehrte Sonnenexposition, Rauchen, Infektionen mit dem humanen Papillomavirus und HIV. Kürzliche Daten weisen auf einen Zusammenhang mit Neurodermitis hin. In der vorliegenden Arbeit berichten wir über zwei Fälle einer bilateralen OSSN bei Neurodermitis. Ergebnisse: Bei beiden Patienten wurde eine Neurodermitis bereits in der Kindheit diagnostiziert. Patient 1 (41, m) stellte sich mit einer konjunktivalen Neoplasie am unteren linken Fornix vor, die histologisch als intraepitheliale Plattenepithelneoplasie klassifiziert wurde. 3 Jahre später ergab die Biopsie eines Rezidivs ein hochdifferenziertes Plattenepithelkarzinom, das vollständig exzidiert wurde. Nach 2 weiteren Jahren wurde erneut eine Neoplasie, diesmal an der unteren Lidkante des Partnerauges festgestellt, die erfolgreich mit Mitomycin C-Tropfen behandelt wurde. Patient 2 (60, m) stellte sich mit einer ausgeprägten bilateralen konjunktivalen Hyperplasie vor, die sich innerhalb von 3 Monaten nach einer Konjunktivitis ausgebildet hat. Das Sehvermögen war durch eine ausgeprägte Hornhautbeteiligung rechts auf Fingerzählen, links auf Lichtschein reduziert. Histologisch wurde eine intraepitheliale Plattenepitheldysplasie gesichert. Tests auf humane Papillomaviren und HIV waren negativ. Die lokale Gabe von Mitomycin C stoppte die Progression. Aufgrund einer Descemetozele am linken Auge wurden eine Bindehautexzision, eine Hornhautabrasio und eine Deckung mit freiem Mundschleimhauttransplantat vorgenommen. Nach 5 Monaten waren am operierten Auge keine Progressionszeichen zu sehen, am nasalen Limbus des rechten Auges jedoch eine Zunahme der Neoplasie. Schlussfolgerungen: Die Kasuistiken unterstützen die Hypothese, dass Neurodermitis einen Risikofaktor für die OSSN darstellt. Die chirurgische Abtragung in Kombination mit topischer Mitomycin C-Applikation stellen effektive Behandlungsmaßnahmen dar. Engmaschige augenärztliche Kontrollen sollten zur Früherkennung von Rezidiven durchgeführt werden.
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