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Abstract

FR.13.15

Fallzahlberechnung für Interventionsstudien bei atrophischer AMD

Adrion C.1, Fleckenstein M.2, Bindewald-Wittich A.2, Schmitz-Valckenberg S.2, Göbel A. P.2, Kampe P.1, Scholl H. P. N.2, Holz F. G.2, Mansmann U.1
1Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie, LMU, München; 2Universitäts-Augenklinik, Bonn

Ziel: Nach dem Verfügbarwerden therapeutischer Möglichkeiten für die Behandlung der feuchten AMD, rücken nun auch klinische Prüfungen von Interventionen bei geographischer Atrophie (GA) in den Fokus. Ausgehend von einem Modell für den natürlichen Verlauf der GA, basierend auf den Daten der FAM-Studie, werden Designs für mögliche Interventionsstudien vorgestellt.
Methode: Im Rahmen der FAM-Studie liegen longitudinale Daten von 224 Patienten mit GA vor. Basierend auf diesen Daten wurde mit einem hierarchischen linearen Zufallseffektsmodell der natürliche Verlauf der GA modelliert und Fallzahlberechnungen für unterschiedliche Studiendesigns durchgeführt.
Ergebnisse: Folgende Größen wurden quantifiziert: Mittlere Wachstumsrate (WR) der GA: 1.75 mm2/Jahr, 95% CI [1.49;2.02]; interindividuelle Variation der WR: 1.3 mm2/Jahr, 95% CI [0.84; 2.01]; intraindividuelle Variation der WR zwischen 2 Augen eines Patienten: 0.55 mm2/Jahr; 95% CI [0.33; 0.93]; Messfehler: 0.76 mm2/Jahr ; 95% CI [0.65; 0.89]. Ein relevanter Effekt der Intervention wird als Reduktion der WR um 0.5 mm2/Jahr definiert. Für verschiedene Studiendesigns kann die Gesamtvariabilität berechnet werden. Um einen relevanten Effekt mit einer Power von 80% auf dem Niveau 5% in einem Parallelgruppen-Design darstellen zu können, werden folgende Gruppengrößen benötigt: (1) Vergleich der WR; Patienten bringen nur ein Auge in die Studie ein: n=178; (2) Vergleich der WR; 60% der Patienten bringen 2 Augen ein: n=126; (3) Genetische Validierungsstudie für Genvariante G+ (Prävalenz p=0.1), die ein schnelleres GA Wachstum (um 0.55 mm2 pro Jahr) impliziert: n=350.
Schlussfolgerungen: Die Untersuchungen zum natürlichen Verlauf der GA quantifizieren vier für die Fallzahlrechnung wichtige Komponenten: Effekt, Messfehler, intraindividuelle und interindividuelle Variabilität. Die Berechnungen zeigen, dass überschaubare Patientenkollektive ausreichen, um therapeutische Fragestellungen im Rahmen einer prospektiven klinischen Studie zu prüfen.

 
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