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Abstract

DO.19.07

Die oft unterschätzte Tiefenausdehnung von Xanthelasmen – Eine histologische Studie

Mittelviefhaus H., Kreusser C., Auw-Hädrich C.
Universitäts-Augenklinik Freiburg

Ziel: Die Tiefenausdehnung von Xanthelasmen hat entscheidende Bedeutung für die Wahl eines geeigneten Operationsverfahrens. Operative Befunde lassen vermuten, dass Xanthelasmen entgegen bisheriger Berichte keinesfalls auf die oberflächliche Dermis beschränkt bleiben, sondern durchaus die gesamte Dermis durchsetzen und bis in die Orbicularismuskulatur reichen können. In der vorliegenden Untersuchung wurde die Tiefenausdehnung von Xanthelasmen an histologischen Präparaten gemessen.
Methode: Zwischen 1996 und 2006 wurden 99 Xanthelasmen bei 78 Patienten chirurgisch entfernt. Das exzidierte Gewebe wurde histologisch untersucht und die Tiefenausdehnung der Xanthelasmen mit dem digitalen Bildanalysesystem AnalySIS® von Soft Imaging System gemessen. Die Messungen erfolgten vom Übergang Epidermis/Dermis zu der am tiefsten liegenden „Xanthelasma“zelle. Zudem wurde die Tiefenausdehnung danach unterschieden, ob die Xanthelasmen bis in die Dermis, bis angrenzend an oder bis in das Stratum musculare hinein reichten.
Ergebnisse: Die Dicke der Xanthelasmen lag zwischen 269,0 mm und 2118,8 mm (m=917,7 mm). In 63 der 99 Präparate (63,1%) reichten die Fettablagerungen bis in die Dermis (m=920 mm), in 27 Präparaten (27,3%) grenzten sie bis an (m=1.191,9 mm) und in 9 Präparaten (9,1%) reichten sie bis in das Stratum musculare hinein (m=1.447,8 mm). Bei 18% der Patienten war zum Zeitpunkt der Diagnose eine Fettstoffwechselstörung bekannt. 40% dieser Patienten hatten an allen 4 Lidern Xanthelasmen, ohne Fettstoffwechselstörung nur 9,4% der Patienten. Rezidive lagen bei 42,9% der Patienten mit Fettstoffwechselstörung vor, ohne Fettstoffwechselstörung nur bei 31,7%. Der Unterschied war allerdings nicht signifikant.
Schlussfolgerungen: Unsere Untersuchungen bestätigen die Vermutung, dass ein beträchtlicher Teil, nämlich 36,4% der Xanthelasmen vollständig durch die Dermis reichen und an das Stratum musculare angrenzen oder sogar hineinreichen. Diese tief reichenden Xanthelasmen sollten nicht durch eine oberflächliche Lasertherapie behandelt, sondern besser chirurgisch exzidiert werden.

 
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