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AbstractSO.19.12 Innovationen in der Versorgung von Augenverletzungen Schrader W. F. Universitäts-Augenklinik Würzburg Ziel: Trotz der enormen Fortschritte in der Mikrochirurgie sind die anatomischen und funktionellen Ergebnisse bei schweren Augenhinterabschnittsverletzungen unbefriedigend. Doppelt-perforierende Verletzungen und Rupturen mit äquatorialer Beteiligung haben dabei die schlechtesten Ergebnisse. Bei der sekundären Intervention zwischen dem 7. Und 14. posttraumatischen Tag hat sich häufig bereits eine proliferative Vitreoretinopathie mit Netzhautablösung entwickelt. Methode: Nach Literaturmeinung sollte nach primärer Wundversorgung die sekundäre Hinterabschnittsrekonstruktion etwa eine Woche später erfolgen. Aufgrund pathopysiologischer Erwägungen zur Wundheilung nach Trauma haben wir ein alternatives Behandlungskonzept mit frühzeitiger Hinterabschnittsrekonstruktion entwickelt und unsere Erfahrungen damit retrospektiv und prospektiv ausgewertet. Ergebnisse: Unter 102 schwerem Augenverletzungen mit Rupturen und Perforationen, bei denen mindestens eine Wunde hinter den Muskelansätzen lag, wurden in 28 Fällen eine Hinterabschnittsrekonstruktion bereits zum Zeitpunkt der Wundversorgung versucht, in 74 Fällen dagegen primär nur der Wundverschluss und die Hinterabschnittsrekonstruktion nach einer Woche vorgenommen, abhängig von der Verfügbarkeit eines vitreoretinalen Chirurgen und einer Fähigkeit des Patienten, einen etwa 3-Stunden-Eingriff durchzustehen. Nach primär durchgeführter vollständiger Rekonstruktion konnte in 24 von 28 Fällen eine anatomische Netzhautanlage erreicht werden, in 17 von 28 Fällen mit einem Visus von mindestens 0,2. Nach konventioneller Vitrektomie 7 bis 14 Tage nach dem Trauma wurde nur in 49 von 74 Fällen eine anatomische Wiederherstellung erreicht, mit einem Visus von mindestens 0,2 in 22/74 Fällen. Seit November führen wir 2004 eine multizentrische prospektive Studie durch, in der die funktionellen und anatomischen Ergebnisse ermittelt werden, wenn die Hinterabschnittsrekonstruktion innerhalb von 100 Stunden nach Trauma durchgeführt wird. 3 Zentren haben bisher 21 Fälle beigesteuert, mit einem Follow-up von >2 Monaten, in 12/21 Fällen von >6 Monaten. Anatomisch erfolgreich waren 19/21 Fälle, mit einem Visus von mindestens 0,1 in 19/21 Fällen und mindestens 0,4 in 9/21 Fällen. 2mal trat sekundär eine PVR Ablatio auf die erfolgreich behandelt werden konnte. Schlussfolgerungen: Mit dem neuen Ansatz zu agieren und nicht zu reagieren scheinen sich die Ergebnisse nach schwersten Hinterabschnittsverletzungen bessern zu lassen. Die prospektive multinationale Studie unter der Federführung des World Eye Injury Registers wird fortgesetzt.
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