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Abstract

P 245

Plasmazytoide dendritische Zellen (PDC) in Patienten mit akutem retinalen Nekrose (ARN)-Syndrom

Bergua A.1, Kittan N.2, Haupt S.2, Donhauser N.2, Korn K.2, Kruse F. F.1, Schmidt B.2
1Augenklinik mit Poliklinik, 2Institut für Klinische und Molekulare Virologie, Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen

Ziel: Das native Immunsystem spielt eine entscheidende Rolle in der Erkennung und Kontrolle viraler Infektionen. Wesentlicher Bestandteil sind die plasmazytoiden dendritischen Zellen (PDC), die kürzlich als Hauptproduzenten von Typ I-Interferonen (IFN) identifiziert werden konnten. Schwere Verläufe viraler Infektionen bei nicht-immunsupprimierten Patienten könnten durch selektive Immundefekte in der nativen Immunabwehr bedingt sein
Methode: Aus dem Blut von Patienten mit ARN (n=8) und einer alters- und geschlechtskontrollierten Vergleichsgruppe (n=16) wurden periphere Blut-mononukleäre Zellen (PBMC) isoliert und anschließend mittels eines BDCA-4 Zell-Isolierungskits (Miltenyi) PDC aufgereinigt. Nach Exposition gegenüber verschiedenen Stimuli (HSV-1, CpG-A, TLR7-Agonist) wurden die PBMC- und PDC-Überstände auf IFN-alpha getestet. Weiterhin wurde die Zahl der PDC über FACS-Untersuchungen quantifiziert.
Ergebnisse: Die mediane PDC-Zahl war bei Patienten (0,27%) signifikant niedriger als bei Kontrollen (0,44%) (p=0.02). Ein PDC-Abfall ließ sich auch bei Kontrollpersonen zeigen, wenn sie an respiratorischen Infekten oder Durchfall erkrankt waren. Die IFN-alpha-Produktion war bei den PBMC und PDC der Patienten deutlich niedriger als bei den Kontrollen. PDC waren in Glaskörper und peripheres Blut reduziert. Eine Einströmung von CD8+ und T-Lymphozyten in Glaskörper konnte nachgewissen werden.
Schlussfolgerungen: Nicht-immunsupprimierte Patienten mit ARN zeigen sowohl numerische als auch funktionelle Defizite im nativen Immunsystem. Dies unterstützt ein multifaktorielles Modell in der Genese der virusbedingten ARN.

 
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