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Abstract

FR.11.01

Bericht über den SFB 539 „Glaukome einschließlich Pseudoexfoliationssyndrom“

Lütjen-Drecoll E.
Anatomisches Institut II der Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen

Zielsetzung des SFB 539 ist es, die Methoden der Früherkennung und Verlaufskontrolle chronischer Glaukomerkrankungen zu verbessern, und die an den Glaukomursachen und Schäden beteiligten pathogenetischen Faktoren zu analysieren. Die Glaukomerkrankungen sind definiert durch das Auftreten einer Optikusneuropathie und Schäden der retinalen Ganglienzellschicht. Im Projektbereich A werden klinische Verfahren entwickelt, um die Frühdiagnose funktionell/sensorischer und morphologischer Glaukomschäden an Sehnerv und Netzhaut zu verbessern. Da jedoch Patienten, die in die Klinik überwiesen werden, häufig schon fortgeschrittene Schäden in diesem Bereich aufweisen, werden in Zusammenarbeit zwischen Augenklinik und Technischer Fakultät Methoden der automatischen Mustererkennung weiterentwickelt, die systematische Screening-Verfahren subjektiv gesunder Bürger ermöglichen. In grundlagenwissenschaftlichen Projekten, die besonders von der Arbeitsgruppe der Biochemie u.a. in Zusammenarbeit mit der Naturwissenschaftlichen Fakultät und dem Anatomischen Institut durchgeführt werden, wird der Frage nach molekularen Pathomechanismen nachgegangen, die den Ganglienzelltod beim Glaukom verursachen könnten.
Hauptrisikofaktoren der Glaukomerkrankungen sind ein erhöhter Augeninnendruck und das Alter, wobei ein erhöhter Kammerwasserabflusswiderstand bei den meisten Glaukomformen ursächlich für die Druckerhöhung ist. Im Projektbereich B werden an Spenderaugen von Glaukompatienten sowie auch in verschiedenen in-vitro-Systemen in Zusammenarbeit zwischen Augenklinik, Pharmakologie und Anatomischen Institut morphologische Veränderungen der Abflussregion bei verschiedenen Glaukomformen untersucht, sowie Faktoren analysiert, die diese Veränderungen in vitro hervorrufen könnten. Solche Veränderungen von Faktoren in Glaukomaugen könnten u.a. durch Perfusionsstörungen hervorgerufen sein. In klinischen und morphologischen Grundlagenstudien wird der Frage nach Veränderungen der Morphologie und Funktion solcher Perfusionsstörungen des Auges nachgegangen.
In der Augenklinik Erlangen ist vor nahezu 20 Jahren eine Datenbank von Glaukompatienten angelegt worden. Diese Daten werden mit Hilfe medizinisch/bioinformatischer Datenintegration und Analyse genetischer Faktoren im Projektbereich C in Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Humangenetik, dem Institut für Informatik der Technischen Fakultät und der Augenklinik verarbeitet.

 
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