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Abstract

DO.08.08

Interferon alpha 2b Augentropfen zur Behandlung epithelialer Tumoren der Augenoberfläche

Niederdräing N., Fuchsluger T., Westekemper H., Schmitz K., Steuhl K.-P., Meller D.
Universitäts-Augenklinik Essen

Ziel: Die bisherigen Therapien von Patienten mit kornealen und konjunktivalen Tumoren sind häufig sehr invasiv. Ein schonenderes Verfahren stellt die Anwendung von Interferon alpha 2b AT dar. Wir untersuchten die Wirkung topischer Interferon alpha 2b AT als adjuvante Therapie bei epithelialen Tumoren der Augenoberfläche.
Methode: Im Rahmen einer nichtvergleichenden, retrospektiven, interventionellen Fallserie konnten 19 Patienten (m:w 8:11, Alter 15-85 Jahre) eingeschlossen werden. Davon wiesen 15 Patienten ein CIN (konjunktivale intraepitheliale Neoplasie) Grad I – III und 4 Patienten ein Papillom auf. 4 Patienten hatten eine Neurodermitis, 1 Patientin ein okuläres Pemphigoid, 1 Patientin wies einen Zustand nach Radiatio, Chemotherapie und Enukleation bei Rhabdomyosarkom auf. 13 Patienten waren ohne vorherige Augenerkrankung bzw. ohne dermatologische Erkrankung. Nach exszisionaler Biopsie erhielten alle Patienten Interferon alpha 2b AT (Intron A®, Fa. Schering, 1 Mill IE/ml) für 6 Wochen 5x tgl. Es erfolgten anschließend engmaschige klinische Verlaufskontrollen. Bei Rezidivverdacht wurde eine erneute Biopsie mit histologischer Untersuchung durchgeführt. Der Nachbeobachtungszeitraum betrug 15±3 Monate.
Ergebnisse: Im Nachbeobachtungszeitraum bekamen 4 von 15 CIN Patienten ein Rezidiv (Rezidivrate 26,6%). Diese wiesen alle eine atopische Dermatitis auf. 11 Patienten waren bis zum Ende des Nachbeobachtungszeitraums rezidivfrei. Kein Patient hatte ein invasives Plattenepithelcarcinom entwickelt. 2 der 4 Papillom Patienten bekamen ein Rezidiv.
Schlussfolgerungen: Die Kombination von exzisionaler Biopsie und adjuvanter Applikation von Interferon alpha 2b AT stellt eine wirksame und nebenwirkungsarme Methode zur Behandlung epithelialer Tumoren der Augenoberfläche dar. Der Verlauf scheint abhängig vom Vorhandensein oder Fehlen einer atopischen Dermatitis zu sein. Hier scheint die Behandlungsdauer von 6 Wochen nicht ausreichend. Bei allen anderen Patienten bevorzugen wir die topische Gabe von Interferon alpha 2b gegenüber den mehr destruktiven Verfahren wie Radiatio, Kryotherapie oder den Antimetaboliten (5 FU, MMC).

 
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