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Abstract

P 197

Multifokal-ERG bei Makulaerkrankungen – funduskontrollierte Untersuchung im Vergleich zur konventionellen Monitorstimulation

Springer C., Weimer P., Rohrschneider K.
Universitäts-Augenklinik Heidelberg

Ziel: Das multifokale Elektroretinogramm (mfERG) ermöglicht eine objektive Funktionsprüfung der zentralen Netzhaut. Eine instabile Fixation führt jedoch häufig zu Artefakten. Mit dem RETIscan-VISUCAM-System kann ein funduskontrolliertes mfERG durchgeführt und Blickbewegungsartefakte erkannt werden. Während der Untersuchung werden Augenbewegungen mit einer Infrarotkamera überwacht und die mfERG-Ergebnisse mit einem farbigen Fundusfoto überlagert. Ziel dieser Studie war es, die Ergebnisse der funduskontrollierten Untersuchung mit denen konventioneller Monitorstimulation zu vergleichen.
Methode: Es wurden konsekutiv 16 Augen von 16 Patienten (8 Männer und 8 Frauen, Durchschnittsalter 43 Jahre) mit verschiedenen Netzhauterkrankungen rekrutiert und ein mfERG mit dem RETIscan-System (Fa. Roland Consult) sowohl mittels konventioneller Monitorstimulation (CRT-Monitor) als auch unter Funduskontrolle mit Verwendung des VISUCAM-(Zeiss Inc.) Systems abgeleitet. Die mfERG-Ergebnisse wurden hinsichtlich ihrer Topographie sowie der P1-Amplituden ausgewertet und beide Systeme miteinander verglichen.
Ergebnisse: Bei allen Patienten zeigten sich vergleichbare Ergebnisse beider Methoden. Die Fixation war bei allen Patienten ausreichend stabil um ein Foveasignal abzuleiten. Für das funduskontrollierte mfERG erwies sich ein 19 Hexagon-Raster mit mindestens 4 Zyklen als sinnvoll um vergleichbare Resultate wie bei der Monitorstimulation zu erhalten. Artefakte verursacht durch Fixationsinstabilität konnten mit dem funduskontrollierten mfERG leicht entdeckt und die entsprechenden Untersuchungszyklen wiederholt werden. Pathologien waren mit beiden Geräten in vergleichbarer Weise darstellbar.
Schlussfolgerungen: Das funduskontrollierte mfERG stellt eine sinnvolle Weiterentwicklung des konventionellen mfERGs dar, da Augenbewegungen direkt beobachtet werden können. Eine genaue Korrelation von mfERG-Signalen mit dem morphologischen Befund kann insbesondere bei instabiler Fixation die mfERG Qualität verbessern. Inwiefern die funduskontrollierte Untersuchungstechnik die Reproduzierbarkeit und Genauigkeit des mfERG steigert, muss sich in zukünftigen Studien zeigen.

 
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