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Abstract

SO.19.08

Web-basierte elektronische Krankenakte im Rahmen eines integrierten Versorgungskonzepts als Instrument der Qualitätssicherung

Händel A.1, Jünemann A.1, Prokosch H. U.3, Beyer A.2, Ganslandt T.3, Grolik R.3, Klein A.3, Mrosek A.4, Michelson G.1, Kruse F. E.1
1Augenklinik mit Poliklinik, 2Medizinisches Zentrum für Informations- und Kommunikationstechnik, 3Lehrstuhl für Medizinische Informatik, Universität Erlangen-Nürnberg; 4Siemens Medical Solutions, Erlangen

Ziel: Wesentliche Voraussetzung für die integrierte Versorgung (IGV) ist der Aufbau eines qualitätsgesicherten Kommunikationsnetzwerks. Vor diesem Hintergrund war das Ziel des IGV-Vertrages der Universitäts-Augenklinik mit der AOK Bayern, die Möglichkeiten und die Akzeptanz einer web-basierten elektronischen Krankenakte zu evaluieren.
Methode: Basierend auf der langjährigen Erfahrung im Bereich der mikrochirurgischen Qualitätssicherung wurden standardisierte Erfassungsmodule für die prä-, intra- und postoperativen Daten auf Grundlage von Behandlungspfaden für Katarakt- und Netzhautoperationen entwickelt. Pro Patient werden sechs Datensätze (1x präoperativ, 1x operativ, 4 bzw. 6x postoperativ) erfasst. Als Plattform für die Datenerhebung wurde ein web-basiertes Kommunikationssystem gewählt (Siemens Soarian). Dieses Kommunikationssystem und die darin eingebundene elektronische Krankenakte sind unabhängig von der jeweiligen Praxis- bzw. Kliniksoftware. Die Übertragung und Speicherung der Daten erfolgt in Echtzeit und steht den Leistungserbringern sofort zur Verfügung.
Ergebnisse: Am IGV-Vertrag der Universitäts-Augenklinik nehmen derzeit 88 Augenärzte teil. Dies entspricht einem Anteil von bis zu 50% der Augenärzte des Einzugsbereichs. Vom 01.01.2006 bis 31.12.2006 wurden insgesamt 1.583 Patienten im IGV erfasst. Die prozentualen Schwankungen der kompletten Datenerfassung pro Patient lagen in diesem Zeitraum im Mittel bei 12,2% (3,2% - 31,6%). Die Auswertung der Daten erfolgt über ein multidimensionales Bericht- und Analyse Tool (Cognos). So zeigte sich, dass die postoperative Visusentwicklung im Durchschnitt von 0.5 bei der 1. postoperativen Kontrolle auf 0,8 bei der 4. Kontrolle stieg.
Schlussfolgerungen: Die hier vorgestellte sektorenübergreifende Patientenakte hat bei den bisher angeschlossenen Nutzern eine gute Akzeptanz. Der Durchdringungsgrad ist jedoch aufgrund der generellen Vorbehalte gegen das Internet noch nicht optimal. Aufgrund der einfachen Handhabung und zeitnahen Datenverfügbarkeit ist sie jedoch ein essentieller Baustein für die Kommunikation im Rahmen vernetzter Strukturen.

 
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