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Abstract

SO.06.11

Spezielle Indikationen für ex-vivo expandierte limbale Stammzellen

Fuchsluger T. A., Westekemper H., Pauklin M., Wettey F., Lonskowski D., Steuhl K. P., Meller D.
Zentrum für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Essen

Ziel: Derzeit stellen Verätzungen der Augenoberfläche ein wesentliches Patientenkollektiv für den Einsatz ex-vivo expandierter limbaler Epithelien (HLEC) dar. Ergebnisse in der Anwendung limbaler Stammzellen (LSC) bei kongenitaler aniridie-assoziierter Keratopathie sowie für Fornixrekonstruktionen werden diskutiert.
Methode: 4 Augen mit kongenitaler aniridie-assoziierter Keratopathie sowie 2 Augen mit ausgeprägtem Symblepharon werden dargestellt. Ein weiterer Aniridie-Patient erwartet eine baldige Transplantation. HLEC autologer Biopsien und von Multiorganspendern wurden auf intakter humaner Amnionmembran (hAM) mit autologem Serum (AS) expandiert. Nach lamellärer Keratektomie und/oder Fornixrekonstruktion wurde diese hAM auf die Augenoberfläche aufgebracht. Postoperativ erhielten die Patienten eine Botox-induzierte Ptose sowie antiphlogistische und AS Augentropfen, Allograft-Empfänger zudem Ciclosporin A. Zielkriterien waren Kultivierungsdauer, Rezidivrate, postoperative Blutungen, Inzidenz an Komplikationen, Motilitätseinschränkungen, dauerhafte Stabilität der Augenoberfläche.
Ergebnisse: Bei 6 operierten Augen (52±16,1 (40-82) Jahre) betrug der Follow-up 11,3±8,9 (1-21) Monate, die Kultivierungsdauer 11,8±1,3 (11-15) Tage. Die Patienten mit ausgeprägtem Symblepharon zeigen tiefe Fornices und einen Visusanstieg ³ zwei Zeilen. Augen mit aniridie-assoziierter LSC-Insuffizienz erzielten einen funktionellen Gebrauchsvisus (<0,1) und profitierten von verminderter Blendempfindlichkeit. Bei allen Patienten lag eine klare, glatte, stabile Augenoberfläche ohne Anhalt für Rezidive vor. Komplikationen waren leichte Blutungen unter die hAM und periphere Hornhauttrübungen i.S. diskreter Pannusbildung.
Schlussfolgerungen: Die Anwendung von auf hAM expandierten HLEC bietet vielversprechende Möglichkeiten zur Rekonstruktion der Augenoberfläche bei anspruchsvollen kornealen und konjunktivalen Entitäten. Eine längerfristige Nachbeobachtung ist notwendig, um festzustellen, ob die klinisch nachweisbare Repopulation limbaler Epithelien späte Rezidive dieser Pathologien verhindern kann.

 
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