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Abstract

P 244

Chorioretinitis bei multiplem Infektionsnachweis

Barleon L., Hoffmann E. M.
Universitäts-Augenklinik Mainz

Ziel: Bei einer 37jährigen Patientin mit plötzlicher, schmerzfreier Visusminderung rechts bestand der Verdacht einer Chorioretinitis. Neben einer Infektion können angeborene Autoimmunerkrankungen, Medikamente oder ein Trauma die Ursache für die Erkrankung sein. Häufigste infektiöse Ursachen der Chorioretinitis sind Toxoplasmose, CMV, HIV, Lues, TBC, Borelliose, Helminthen und eine Candidose.
Ergebnisse: Der vordere Augenabschnitt rechts war bis auf wenige Zellen in der Vorderkammer unauffällig. Im hinteren Augenabschnitt fanden sich neben vereinzelten Zellen im Glaskörper ein Makula-und Netzhautödem (OCT und Angiographie), und im Bereich der Fovea ein circa 4 mm großes entzündliches flauschiges Infiltrat. Die Allgemeinanamnese zeigte bis auf eine Abszessneigung an verschiedenen Körperstellen und einer akuten Sinusitis maxillaris links keine weiteren Auffälligkeiten. Die stationäre Abklärung ergab eine positive IgM-Toxoplasmose, positive IgM-CMV und positive IgM-Borreliose. Die Lues, TBC und HIV Serologie waren negativ. Die neurologische Untersuchung, eine MRT des Schädels und eine Lumbalpunktion waren normal. Das Differentialblutbild zeigte ebenfalls keine Auffälligkeiten. Trotz einer IgG Verminderung im Serum auf 6,22 g/L (Normwert: 7-16 g/L) konnten hämatologische Untersuchungen einen kongenitalen Immundefekt nicht bestätigen. Die Therapie erfolgte mit Ceftriaxon, Pyrimethamin und Sulfadiazin.Unterstützend substituierten wir Folsäure. Unter dieser Therapie kam es zu einem langsamen Rückgang des Infiltrates in Größe und Prominenz. Der Visus blieb bis zur Entlassung unverändert (Tafelvisus).
Schlussfolgerungen: Die Chorioretinitis ist ein schwer einzuordnendes Krankheitsbild. Aufgrund der diskreten Glaskörperbeteiligung kommt in unserem Fall am ehesten eine Toxoplasmose in Betracht. Bei positiver IgM-Toxoplasmose, IgM-CMV, IgM-Borelliose ist differentialdiagnostisch weiterhin auch eine polyklonale IgM-Stimulation zu berücksichtigen.

 
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