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AbstractDO.13.01 Genetik der AMD neue Perspektiven Scholl H. P. N. Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist eine genetisch komplexe Erkrankung des Photorezeptor-Pigmentepithel (RPE)-Bruchsche Membran-Choriokapillaris-Komplexes. Zwillings- und Familienuntersuchungen zeigen eine genetische Beeinflussung der Krankheitsprädisposition. Der relative Anteil erblicher Faktoren wird auf bis zu 71% geschätzt. In Kopplungs- und Assoziationstudien konnten einige chromosomale-Regionen identifiziert werden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit genetische Varianten enthalten, welche für die Erkrankung prädisponieren. Mehrere Studien zeigten, dass Varianten im Komplementfaktor H-(CFH-) Gen in der chromosomalen Region 1q31 mit einem erhöhten Risiko für die AMD in der kaukasischen Bevölkerung assoziiert sind. Offensichtlich spielt das angeborene Immunsystem eine wichtige Rolle in der Pathogenese. Als zweiter signifikant zur AMD-Prädisposition beitragender Lokus wurde der LOC387715/HTRA1-Lokus im Bereich 10q26 identifiziert. Es konnte allerdings bislang kein Unterschied bezüglich der Risikoallelverteilung für die beiden Spätformern der AMD (chorioidale Neovaskularisation und geographische Atrophie) nachgewiesen werden. Varianten in CFH und LOC387715/HTRA1 scheinen daher vornehmlich über Vorstufen der AMD wie Drusen und Veränderungen im Bereich des RPE und der Bruchschen Membran zum erhöhten Erkrankungsrisiko beizutragen. Personen, die bezüglich CFH, LOC387715/HTRA1 und Komplementfaktor B/Komplementkomponente 2 (C2-CFB) jeweils homozygot für das Risikoallel sind, haben ein mehr als 250-fach erhöhtes Risiko, an der AMD zu erkranken. Dennoch konnten bislang keine Therapiestrategien auf Grundlage dieser Erkenntnisse entwickelt werden. Es gilt daher, weitere genetische und umweltbedingte Mechanismen zu entschlüsseln, über deren Beeinflussung Auswirkungen auf die AMD-Entstehung und -Progression zu erzielen sind. |
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