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Abstract

P 243

Hornhautulcus im Rahmen einer chronischen Dacryocystitis

Müller S., Emmerich K. H.
Augenklinik, Klinikum Darmstadt

Ziel: Anhand von 3 Kasuistiken wird das Krankheitsbild eines im Rahmen einer chronischen Dacryocystitis auftretenden Hornhautulcus dargestellt und dessen Verlauf und notwendige Therapie demonstriert.
Methode: Bei allen 3 Fällen zeigten sich bei der Erstvorstellung in unserer Ambulanz therapieresistente, rezidivierende Keratitiden und Hornhautulcera, die anamnestisch seit mehreren Jahren bestanden. Neben dem pathologischen Hornhautbefund stellte sich das klinische Bild einer chronischen Dacryocystitis mit Mucocelenbildung dar. Bei der Tränenwegsspülung kam es zu putriden Reflux, ohne Durchgängigkeit der Tränenwege. Die klinische Echographie zeigte in allen Fällen das Vorliegen einer Mucocele im Bereich des Saccus lacrimalis. Im Bindehaut- bzw. Hornhautabstrich konnten verschiedene bakterielle Erreger identifiziert werden, in einem Fall mit multiplen Resistenzen. In allen Fällen entschieden wir uns zur Sanierung der Tränenwege mit einer Dacryocystorhinostomia externa nach TOTI.
Ergebnisse: Nach erfolgter Operation kam es zum raschen Abheilen des Hornhautbefundes. Die Patienten waren bei einer Kontrolluntersuchung 3 Monate später beschwerdefrei, zusätzlich kam es zu einem Visusanstieg.
Schlussfolgerungen: Bei rezidivierenden Hornhautulcera ist eine chronische Keimübersiedlung im Rahmen einer obstruktiven, entzündlichen Tränenwegserkrankung stets in Erwägung zu ziehen. Eine dauerhafte Heilung der Hornhaut ist in diesen Fällen erst nach operativer Sanierung der Tränenwege zu erwarten.

 
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