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Abstract

SO.07.10

VEGF-Inhibition durch Avastin und Lucentis: Mehr als eine dosisabhängige Neutralisation?

Klettner A., Roider J.
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Augenheilkunde

Ziel: Vergleich der Wirksamkeit und des Wirkmechanismus der VEGF-Inhibition von Avastin und Lucentis
Methode: Adulte Retina-RPE-Aderhautkulturen wurden aus frischen Schweineaugen präpariert und in einer Perfusionsquerkammer kultiviert. Am 2. Tag der Kultivierung wurden die Organkulturen mit Avastin (0,25 mg/ml)* bzw. Lucentis (0,125 mg/ml)* behandelt, und der Überstand nach unterschiedlichen Zeitpunkten auf seinen VEGF Gehalt untersucht. Dafür wurde ein VEGF Elisa (Quantikine Immunoassay) durchgeführt.
*Konzentrationen entsprechen in etwa den klinisch angewandten Konzentrationen im Glaskörper
Ergebnisse: Adulte Retina-RPE-Aderhautkulturen zeichnen sich durch eine konstitutive VEGF Ausschüttung aus (etwa 200 pg/cm2 RPE in der Stunde). Nach Behandlung mit Avastin (0,25 mg/ml) oder Lucentis (0,125 mg/ml) ist VEGF im Überstand der Perfusionskultur für mindestens 6 Stunden nicht mehr nachweisbar.
Schlussfolgerungen: Da das Medium der Organkultur nach etwa 1,5 h komplett ausgetauscht ist, ist davon auszugehen, dass auch Avastin bzw. Lucentis in dieser Zeit komplett ausgewaschen wird. Da die Wirkung aber für mindestens 6 Stunden anhält, reicht eine reine dosisabhängige Neutralisierung von VEGF durch den Antikörper als Wirkmechanismus nicht aus. Weitere Wirkmechanismen müssen eine Rolle spielen. Diese Ergebnisse könnten darauf hin deuten, dass VEGF in Form einer positiven Rückkopplung einen Einfluss auf seine eigene Expression hat. Eine Bindung von VEGF durch seinen Antikörper verhindert so eine weitere Ausschüttung von VEGF durch das Fehlen solch einer positiven Rückkopplung. Dies kann weiterhin einen Hinweis darauf geben, warum Avastin eine ähnlich positive Wirkung hat wie Lucentis.

 
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