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Abstract

P 223

Östrogen-induzierte Veränderungen der Biomechanik der Hornhaut als eine mögliche Ursache für Keratektasie

Zubaty V., Spoerl E., Raiskup-Wolf F., Pillunat L. E.
Augenklinik, Universitätsklinikum Dresden

Ziel: Das Risiko einer Regression nach PRK oder die Entwicklung einer Keratektasie nach LASIK ist bei Frauen größer. Gegenwärtig besteht ein besonderes Interesse am Einfluss von Östrogen auf die Hornhautstabilität nach corneo-refraktiver Chirurgie. Das Ziel der experimentellen Studie war die Untersuchung der Veränderung der biomechanischen Eigenschaften der Hornhaut unter dem Einfluss von Östrogen.
Methode: Der Einfluss von Östrogen wurde an 12 frischen Schweinehornhäuten untersucht, die in Nährmedium mit 10 µM Estradiol für 7 Tage inkubiert wurden. Eine Gruppe von 12 Schweinehornhäuten, die nur in Nährmedium ohne Estradiol inkubiert wurden für die gleiche Zeit, diente als Kontrolle. Streifen von 10x4 mm wurden aus den Hornhäuten geschnitten und die Spannungs-Dehnungskurven mit einem Biomaterialtester gemessen. Der Elastizitätsmodul wurde berechnet.
Ergebnisse: Die Dicke der Hornhaut änderte sich in der Kontrollgruppe nur um 5.9% und in der Estradiolgruppe um 12%. Jedoch die Differenz in den biomechnaischen Spannungswerten bei 10% Dehnung war bedeutend größer. In der Kontrollgruppe betrug die Spannung 120.18±28.93 MPa und in der Estradiolgruppe 76.87±34.63 MPa (P=0.002).Dies ist eine Verringerung der Festigkeit um 36% infolge der Estradiolbehandlung.
Schlussfolgerungen: Östrogen ist ein Faktor, der die biomechanischen Eigenschaften der Hornhaut moduliert. Dies ist nicht allein durch die erhöhte Quellung der Hornhaut erklärbar. Der Hormonstatus hat einen nichtzuunterschätzenden Einfluss auf die biomechanische Stabilität der hornhaut und auf das Ergebnis nach refraktiver Chirurgie und kann zur Entwicklung einer Keratektasie beitragen.

 
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