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105. DOG-Kongress Home
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AbstractSO.01.04 Krankheitsverarbeitung und Lebensqualität bei rehabilitierten Sehbehinderten unterschiedlichen Alters Sadowski B.1, Pietsch-Breitfeld B.2, Leo-Kottler B.3 1Augenklinik, Klinikum Harlaching, München; 2Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Universität Tübingen; 3Universitäts-Augenklinik, Abteilung für Neuroophthalmologie und Pathophysiologie des Sehens, Tübingen Ziel: Sehbehinderung bedeutet eine hohe Alltagsbelastung. Ziel unserer Untersuchung war den Einfluß des Erkrankungsalters auf die Sehbehinderung herauszufinden, insbesondere im Hinblick auf die psychische Beeinträchtigung und die Lebensqualität. Methode: Nach Versorgung mit vergrößernden Sehhilfen wurden 82 Patienten mit altersbedingter Maculadegeneration (AMD) und 84 LHON-Patienten (Lebersche hereditäre Opticusneuropathie) mit unterschiedlichen Meßinstrumenten untersucht (SBA Augenklinik Tübingen): krankheitsspezifische: eigener Low Vision-Fragebogen zur Alltagsbewältigung, Lebensqualität und Rehabilitation; krankheitsübergreifende: FKV (Freiburger Fragebogen zur Krankheitsverarbeitung), ADS (Allgemeine DepressionsSkala), SF 36 (Fragebogen zum Gesundheitszustand), Bf-S (BefindlichkeitsSkala), MLDL (Münchner Lebensqualitäts Dimensionen Liste). Eine statistische Auswertung erfolgte mittels Häufigkeit, Mittelwert, Standardabweichung, Konfidenzintervall, Wilcoxon-Test, t-Test. Ergebnisse: Ausgewertet wurden die Antworten von 62 AMD-Patienten (w=65,6%) und 59 LHON-Patienten (m=86,4%) mit einem mittleren Alter von 78,5 Jahren (AMD) und 36,2 Jahren (LHON). Die Lebensqualität der LHON-Patienten war in allen Bereichen besser als die der AMD-Patienten außer in den Bereichen Wohnung (AMD-MW: 8,6; LHON-MW: 8,2) und Finanzen (AMD-MW: 7,7; LHON-MW: 6,6). Die AMD-Patienten befinden sich physisch (MW: -15,1) und psychisch (MW: -6,6) in einem schlechteren Gesundheitszustand als die LHON Patienten (physisch MW: -2,1; psychisch: -3,1). Die größten Probleme zeigten beide Gruppen bzgl. ihrer Depressivität: Summenwert der AMD-Patienten 21,9 (MW, SD=9), der LHON-Patienten 15 (MW, SD=7). MW der Bevölkerungsstichprobe: 14,3; kritischer Summenwert für behandlungsbedürftige, akut depressive Patienten: 23. Schlussfolgerungen: Ältere Sehbehinderte haben eine größere Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität als jüngere. Gute Wohn- und finanzielle Situation der AMD-Patienten ist kein Ausgleich zur hohen Depressivität. Die Ergebnisse zeigen, dass Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung durch zusätzlich psychologische Betreuung v.a. bei älteren Erkrankten notwendig werden kann.
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