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Abstract

SA.08.05

Experimentelle Studien zur Farbwahrnehmung

Walter A., Schürer M., Brünner H., Langenbucher A.
Institut für medizinische Physik, Universität Erlangen/Nürnberg
Vortragender: M. Schürer

Ziel: Die physiologischen Messungen der Farbwahrnehmung beschränken sich meist auf die Analyse der Farbfehlsichtigkeiten mittels Leseproben oder eines Anomaloskops. Ziel ist es, einen neuartigen Messplatz zur Analyse und Beurteilung von Farbunterscheidungsschwellen zu entwickeln, der auch farbmetrische Messreihen zur Farbkostanz, Farbinduktion und Leuchtdichteänderung automatisiert ermöglicht.
Methode: Voraussetzungen und Bedingungen für die Farbmessung mit dem Gleichheitsverfahren sind in der DIN 5033 definiert. Dazu gehört ein monokulares Sehfeld, dessen Gesichtsfeldgröße durch den farbmetrischen 2° und 10° Normalbeobachter definiert ist und ein dargebotenes Leuchtdichteniveau von über 30 cd/m2 im Test- und Umgebungsfeld. Somit ist ein Sehen im photopischen Bereich garantiert. Durch ein einheitliches Leuchtdichteniveau des Test- und Umgebungsfeldes erhält man genaue Aussagen zum Farbunterscheidungsvermögen. Weiterhin ist das geteilte Farbfeld ohne erkennbare Trennlinie zu realisieren.
Ergebnisse: Bei diesem Messplatz werden die dargebotenen Testfelder durch additive Mischung generiert und sind unabhängig stufenlos regelbar. Der darstellbare Farbraum ist durch die Wahl von 5 Leuchtmitteln sehr groß gesteckt und ermöglicht eine unabhängige Regelung der Farb- und Leuchtdichteänderung. Eine chromatische Adaption bezogen auf das farbige Testfeld wird durch eine Darbietungszeit von 3 Sekunden ausgeschlossen. LEDs,als Lichtquellen sind durch ihre Steuerbarkeit den Xenonkurzbogenlampen weit überlegen und ermöglichen eine vollständige Automation des Messvorgangs. Durch ein maximal breites Spektrum aller dargebotenen Farborte sind die Ergebnisse auf Körperfarben übertragbar. Ein Umgebungsfeld von 42° wird mit einer Ulbrichtkugel realisiert. Physiologische Einflüsse auf das Ergebnis sind durch das Konvergenzverfahren minimiert.
Schlussfolgerungen: Der Messplatz ist vielseitig einsetzbar und erfüllt bei sorgfältiger Kalibrierung das geforderte Ziel einer quantitativen Bestimmung von Farbunterscheidungsschwellen. Das System ist prinzipiell für eine klinische Anwendung geeignet.

 
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