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Abstract

FR.11.04

Erste Erfahrungen mit dem OculusGenTM Kollagenmatrix-Implantat in der Glaukomchirurgie

Ruokonen P., Rieger R., Berndt S., Mai C., Rieck P.
Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-Klinikum, Klinik für Augenheilkunde

Ziel: Der maßgebende limitierende Faktor für den Erfolg einer filtrierenden Glaukomoperation stellt die Vernarbung im Bereich der Filterzone dar. Die Modulation der Wundheilung durch toxische Substanzen, wie 5-Fluoruracil oder Mitomycin C, werden immer unverzichtbarer, erhöhen jedoch die Rate der schwerwiegenden Komplikationen. Eine Alternative könnten biodegradierbare Kollagenmatriximplantate darstellen, die eine physiologische Regeneration von Tenon und Bindehaut ermöglichen sollen.
Methode: An 10 Augen von 10 Patienten im Alter von 64,7±10,8 Jahren mit einem chronischen Offenwinkelglaukom und deutlich erhöhtem Vernarbungsrisiko, die mittels Trabekulektomie drucksenkend operiert wurden, kam an Stelle von Mitomycin C ein poröses Kollagen-Glukosaminoglykan-Matriximplantat zum Einsatz.
Ergebnisse: Intraoperative Komplikationen traten nicht ein. Der Augeninnendruck sank von 29,3±6,7 mm Hg mit 3,3±0.5 antiglaukomatösen Tropfen auf 13,7±4,4 mm Hg ohne drucksenkende Therapie nach einem Monat und auf 15,4±3,3 mm Hg nach 3 Monaten. Eine postoperative Hypotonie unter 6 mm Hg wurde zweimal beobachtet (einmal mit Aderhautamotio) und musste operativ nachbehandelt werden. Dreimal wurden nach 4 Wochen Tenonzysten beobachtet und durch Needling mit 5-FU-Injektionen behandelt. In einem Fall war ein befriedigendes Druckniveau nur durch Retrabekulektomie mit Mitomycin C und Zyklophotokoagulation zu erreichen.
Schlussfolgerungen: Trotz des Verzichts auf intraoperative Anwendung von Mitomycin C ist der Verlauf in den ersten Wochen nach Trabekulektomie mit Kollagenmatriximplantat günstig. Eine intensive postoperative Nachsorge, gegebenenfalls auch mit operativen Interventionen, ist nach wie vor notwendig. Langzeitergebnisse stehen aufgrund der Neuartigkeit des Verfahrens noch aus.

 
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