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Abstract

SO.19.06

Nicht-syndromale autosomal rezessive Zapfen-Stäbchen-Dystrophie und endocochleärer Hörverlust in einer konsanguinen Familie mit Mutationen im MERTK-Gen und DFNB59-Gen

Scholl H. P. N.1, Charbel Issa P.1, Domeier E.1, Ebermann I.2, Walger M.3, Nürnberg G.4,5, Lang-Roth R.3, Becker C.4,5, Nürnberg P.4,6, Holz F. G.1, Bolz H. J.2
1Universitäts-Augenklinik Bonn; 2Institut für Humangenetik, Universitätsklinikum Köln; 3Klinik für Hals-, Nasen-, Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, Universitätsklinikum Köln; 4Cologne Center for Genomics, Universität Köln; 5RZPD Deutsches Ressourcenzentrum für Genomforschung GmbH, Berlin; 6Institut für Genetik, Universität Köln

Ziel: Die Beschreibung des Phänotyps einer konsanguinen Familie aus Marokko mit autosomal rezessiver Zapfen-Stäbchen-Dystrophie (CORD) und kongenitalem progressivem Hörverlust (DFBN).
Methode: Bestkorrigierter Visus, Spaltlampenbiomikroskopie, stereoskopischer Funduskopie, digitaler Fundusphotographie, Goldmann-Perimetrie, Elektroretinographie (ERG) gemäß ISCEV-Standard, Fundus-Autofluoreszenz (FAF) und hochauflösende (spectral domain) OCT.
Ergebnisse: Krankheitsloci wurden im Bereich 2q13-q14.1 für CORD bzw. 2q31.1-q32.1 für DFNB detektiert. CORD war zurückzuführen auf Homozygotie für eine neue splice site-Mutation im MERTK-Gen, c.2189+1G>T, und DFBN auf Homozygotie für eine 1-bp-Insertion im Exon 2 (c.113_114insT) des DFNB59-Gens. Zwei Geschwister zeigten eine Kombination von schwerer CORD und DFBN, drei eine isolierte CORD und ein Geschwisterteil eine nicht-syndromale DFBN. Die Geschwister mit CORD zeigten einen sehr ähnlichen Phänotyp, welcher am geringsten im jüngsten (II:1) und am ausgeprägtesten im ältesten Geschwister (II:6) war. FAF zeigte eine fleckig erhöhte Signale am hinteren Pol bei II:1 und in geringerem Maß auch bei II:3. Die älteren Geschwister zeigten jeweils fleckartig erniedrigte FAF. Das OCT zeigte eine reduzierte zentrale Netzhautdicke, eine Zerstörung der Photorezeptorschicht, ein granulär veränderte RPE-Schicht und eine irreguläre Nervenfaserschicht mit erhöhter Reflektivität. Die audiologische Untersuchung zeigte eine Dysfunktion der Haarzellen und des Gleichgewichtsorgans.
Schlussfolgerungen: Diese Daten bestätigen frühere Hinweise auf ein phänotypisches Spektrum inkl. schwerer CORD. Die phänotypische Ausprägung korrelierte mit dem Alter. Die FAF- und OCT-Ergebnisse deuten darauf hin, daß im frühen Stadium eine reduzierte Phagozytose des RPE in multifokalem autofluoreszenten Photoreceptorablagerungen zwischen der äußeren Netzhaut und dem RPE resultiert (wie bei II:1). Im späteren Stadium kommt es dann zum Photorezeptor- und RPE-Zelltod, wie er in der zentralen Makula der Betroffenen beobachtet wurde.

 
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