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Abstract

SO.20.13

Akute Retinanekrose

Winterhalter S.1, Althaus C.2, Stammen J.1, Schöler E.1, Joussen A.1
1Universitäts-Augenklinik Düsseldorf; 2Augenklinik Ahaus

Ziel: Die durch Herpesviren erzeugte akute Retinanekrose (ARN) ist eine seltene Erkrankung mit schlechter Visusprognose.
Methode: Von 1991 bis 2006 wurden uns 13 Patienten mit ARN vorgestellt. Die Diagnosestellung erfolgte anhand der Standarddiagnosekriterien der Amerikanischen Uveitisgesellschaft sowie durch PCR aus Vorderkammer- und Glaskörperpunktat. Je nach Befund und Therapieerfolg wurde mit intravenösem Aciclovir/ Foscarnet, intravitrealen Foscarnetinjektionen und oralen Steroiden behandelt. Eine prophylaktische Laserkoagulation erfolgte, wenn möglich. Amotiones wurden durch Vitrektomie, Cerclage, Endotamponade und Endolaser behandelt. Krankengeschichten wurden auf Bilateralisation, Immunsuppression, PCR-Virusnachweis, klinischem Verlauf und Visusänderung untersucht.
Ergebnisse: Vier Frauen und 9 Männer, 29 bis 77 Jahre alt, wurden behandelt. Fünf Patienten (38,5%) waren immunsupprimiert. Die Diagnosekriterien dienten bei 6 Patienten ausschließlich der Diagnosestellung. PCR- Untersuchungen führten in 5/7 Patienten (71%) zu einem positiven Ergebnis, wobei 4 mal VZV und 1 mal HSV2 nachgewiesen wurde. Bilateralisationen traten bei 3 Patienten (19%) auf, wovon 2 Patienten immunsupprimiert waren. Intravenöses Aciclovir wurde bei allen Patienten sowie intravitreale Foscarnetgabe in 2 Fällen appliziert. Trotz prophylaktischer Laserkoagulation trat bei 5/7 Augen eine Amotio auf (71%) mit insgesamt 8 Amotiones bei 7 Patienten (50%). Durchschnittlicher Endvisus betrug 0,3 (nulla lux bis 1,2). Zwölf Augen (75%) blieben unter Lesevisus. Mittleres Visusoutcome war bei Immunsupprimierten niedriger (0,12) als bei Immunkompetenten (0,5). Arteriitis, Amotio mit Makulabeteiligung, Makulaödem und Opticusatrophie waren Gründe für einen Endvisus unter 0,1 (50%).
Schlussfolgerungen: Immunsuppression und Komplikationen führen zu einer schlechten Visusprognose in ARN. Frühe Diagnosestellung und Virusnachweis werden für ein verbessertes klinisches Management empfohlen, um Krankheitsprogression und Komplikationsrisiko zu vermindern.

 
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