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Abstract

SO.07.07

Ein chronisches epiretinales Implantat für Retinitis-Pigmentosa-erblindete Patienten: Klinische Langzeitergebnisse

Richard G.1, Hornig R.2, Keserü M.1, Feucht M.1
1Augenklinik, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, 2IIP Technologies GmbH, Bonn

Ziel: Beurteilung der Leistungsfähigkeit eines retinalen Implantats für Retinitis-Pigmentosa-erblindete Patienten. Ziel der Studie ist die Erprobung der chirurgischen Implantationstechnik sowie der Langzeitverträglichkeit des Implantats im Auge. Darüber hinaus werden die kabellose Signal- und Energieübertragung und die optimalen Stimulations-Parameter getestet.
Methode: Es handelt sich um eine single center Pilotstudie. Vier Patienten mit einem Visus von Lichtprojektion oder weniger erhielten ein Implantat. Der Stimulator wird mittels eines Netzhautnagels befestigt. Die Mikrokontaktfolie wird im Bereich der Makula platziert und durch einen Silikonring fixiert. Der extraokulare Teil des Netzhaut-Stimulators wird auf der Sklera befestigt. Das Implantat besteht aus 49 Elektroden, die ihre Energie durch Funkübertragung beziehen. Die Stimulationsdaten werden durch eine optische Verbindung übermittelt.
Ergebnisse: Die Implantation der Einheit erwies sich als chirurgisch machbar. Das postoperative followup von mehr als 12 Monaten ergab eine sehr gute Verträglichkeit des Implantats im Auge. Es zeigten sich keine Hinweise für Leckagen im FAG und im OCT. Weiterhin war kein Zellwachstum auf der Oberfläche des Implantats zu beobachten. Die Befestigung mittels eines Netzhautnagels erlaubt eine enge Beziehung zwischen der Elektrodenmatrix und der Retina. Während der Stimulationen waren die Patienten in der Lage, verschiedene Punkte der Stimulation zu unterscheiden. Bei der Stimulation mehrerer Elektroden nahmen die Probanden einfache Muster, wie z.B. eine horizontale Linie, wahr. Der Schwellenwert für die Erzeugung eines Seheindrucks war geringer als in der Akutstudie.
Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse dieser Studie zeigen die Machbarkeit eines chronischen Implantats zur Erzeugung von Sehwahrnehmungen durch elektrische Stimulation der Netzhaut. Das Implantat wird gut vertragen. Es wurden keine Anzeichen einer Entzündungsreaktion oder Zellproliferation beobachtet. Die kabellose Energie- und Signalübertragung erlaubt eine uneingeschränkte Bulbusmotilität und unterstreicht somit die Eignung des Sytems als Langzeitlösung.

 
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