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Abstract

SO.06.12

Keratoprothesen – eine Bestandsaufnahme nach 13 Jahren chirurgischer Erfahrung

Hille K.
Ortenauklinikum, Offenburg

Ziel: Bei Patienten mit schweren Störungen des Oberflächenmilieu des Auges wie bei einem schwersten Sicca-Syndrom, einer Symblepharonbildung oder einer massiven Vaskularisation stößt die Rekonstruktion der Hornhaut durch eine Keratoplastik auf Grenzen. Hier bieten eine Keratoprothese (KPro) eine therapeutische Möglichkeit zur visuellen Rehabilitation. Diese hat in der Regel einem optischen Zylinder und einer Haptik, die je nach Modell aus biokompatiblen oder aus biologischem Material wie Tibiaknochen (TKPro) oder Dentin (OOKP) gefertigt ist. Aufgrund unserer Erfahrung versuchten wir die Wertigkeit verschiedener KPro einzuordnen.
Methode: In den letzten 13 Jahren implantierten wir 46 KPro, 38 mit biologischer Haptik (32 OOKP und 6 TKPro), sowie 8 mit biokompatibler (1 KPro nach Legais, 7 KPro nach Pintucci). Diese wurden in etwa halbjährigen Abständen nachuntersucht.
Ergebnisse: Die Patienten erreichten einen Visus von ³0,9 in 33%, von ³0,5 in 63% und von ³0,2 in 70% bzw. eine signifikante Sehverbesserung in 83%. Zwischen den einzelnen Implantaten bestand bezüglich des erreichten Visus kein signifikanter Unterschied, allerdings hatten alle Patienten mit einem geringen Sehvermögen einen schweren vorbestehenden Glaukomschaden oder andere vorbestehende, das Sehvermögen erklärende Erkrankungen. Während alle Patienten mit einer OOKP bei einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 3,8 Jahren (maximal 10,2 Jahre), und 5 der 6 TKPro (mittlere Nachbeobachtung 2,4, maximal 3,9) einen anatomischen Erfolg aufwiesen, mussten 5 der 8 Prothese mit biocompatibler Haptik wegen einer Ausstoßung bzw. Endophthalmitis explantiert werden (KPro nach LEGEAIS und 4 PINTUCCI KPro bei einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 1,5 Jahren (maximal 4,9); p<0,01).
Schlussfolgerungen: KPro mit einer Haptik aus biokompathiblen Materialien sind solchen aus biologischem Material unterlegen. Auch im Literaturvergleich zeigt die Fixierung der Prothese mittels eines Präparats aus einer Zahnwurzel und dem umgebenden Kieferknochen des Patienten (OOKP) die besten Langzeitergebnisse von allen derzeit auf dem Markt befindlichen Prothesen.

 
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