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Abstract

DO.03.06

Sekundäre Implantation von retropupillaren Iris-claw-Linsen und sklerafixierten Hinterkammerlinsen – klinischer Vergleich des Komplikationsspektrums

Rüfer F., Saeger M., Nölle B., Roider J.
Augenklinik, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Kiel

Ziel: Bei Aphakie mit Verlust des Linsenhalteapparates werden sekundär sklerafixierte Hinterkammerlinsen implantiert. In wie weit die Implantation von retropupillaren Iris-claw-Linsen dazu eine sichere Alternative bietet, ist bisher unzureichend verglichen worden.
Methode: Die Daten von 77 Patienten wurden retrospektiv miteinander verglichen. In 26 Fällen wurden eine retropupillare Iris-claw-Linse implantiert (Gruppe 1), bei 51 Patienten eine sklerafixierte Hinterkammerlinse (Gruppe 2). Die aufgetretenen Komplikationen wurden ausgewertet. Zur Aphakie führten in Gruppe 1/Gruppe 2: Komplikationen bei einer Kataraktoperation (54%/53%), primäres okuläres Trauma (30%/29%), Marfan-Syndrom mit Linsenluxation (8%/6%) und Verlust der Linse nach komplizierter vitreoretinaler Chirurgie (8%/12%). In Gruppe 1 wurde der Eingriff in 12 Fällen mit einer perforierenden Keratoplastik kombiniert, in Gruppe 2 wurde zusätzlich bei allen Patienten eine Vitrektomie durchgeführt, soweit nicht bereits in der Vorgeschichte erfolgt.
Ergebnisse: In Gruppe 1 traten innerhalb einer Woche die folgenden Komplikationen auf: Bulbushypotonie 8%, Aderhautamotio 4%, Glaskörperhämorrhagie 4%, Linsendislokation 4%, transitorische Tensioelevation 4%; in Gruppe 2: Transitorische Tensioelevation 27%, Bulbushypotonie 12%, Fibrinreaktion 6%, Aderhautamotio 4%, Glaskörperhämorrhagie 4%, Iris capture 4%, Linsendislokation 4% und Amotio totalis 2%. Postoperative Komplikationen, die später als eine Woche nach dem Eingriff auftraten waren in Gruppe 1: Sekundärglaukom 27%, Linsenluxation 8%, Irisdefekt 8%, Pupillenverziehung 4%, Hornhautulkus 4%, epiretinale Gliose 4%; in Gruppe 2: Sekundärglaukom 6%, Amotio 4%, Hornhautdekompensation 4%, Pupillenverziehung 4%, Durchwanderungskeratitis 2%, epiretinale Gliose 2% und Linsentilt 2%.
Schlussfolgerungen: Die häufigste Komplikation nach retropupillarer Implantation von Iris-claw-Linsen war ein Sekundärglaukom. Retropupillare Iris-claw-Linsen scheinen eine komplikationsarme Alternative zur sekundären Implantation von sklerafixierten Hinterkammerlinsen bei aphaken Patienten mit Verlust des Linsenhalteapparates zu sein.

 
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