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Abstract

DO.14.07

Tumor als wichtige Differentialdiagnose bei glaukomatösen Gesichtsfeldausfällen

Brunotte I., Ahrens M., Meyer A., Meyer M. W., Winter R.
Augenklinik der Medizinischen Hochschule Hannover

Ziel: Das Glaukom zählt zu den häufigsten Erblindungsursachen. Nicht immer lassen sich die Gesichtsfeldausfälle und Optikusatrophie auf einen erhöhten Augeninnendruck zurückführen. Neben Perfusionsstörungen sollte auch eine Optikuskompression in die Differentialdiagnose einbezogen werden.
Methode: Zwei Patienten (1 Frau: 78 J. und 1 Mann: 58 J.) wurden uns zum Ausschluss eines Glaukoms überwiesen. Es wurde eine komplette ophthalmologische Untersuchung einschließlich Pachymetrie durchgeführt.
Ergebnisse: Beiden Patienten fiel seit einem halben Jahr eine zunehmende Visusminderung auf dem linken Auge auf. Die 78jährige Patientin zeigte fortgeschrittene Gesichtsfeldausfälle L>R und eine erhebliche Seitendifferenz der Papillenexkavation von CDre 0.6 und CDli 0.9. Das Tagesdruckprofil zeigte eine normotone Augeninnendrucklage. Der 58jährige Patient hatte am linken Auge im Gesichtsfeld eine Restinsel und rechts ein temporales Absolutskotom. Da auch in diesem Fall keine wesentlichen Augeninnendruckschwankungen verzeichnet wurden, schlossen wir der Diagnostik eine Bildgebung an. Hierbei fiel bei der Patientin ein Keilbeinflügelmeningeom und beim Patienten ein großes Hypophysenadenom auf.
Schlussfolgerungen: Der vermeintlich glaukomatöse Gesichtsfeldausfall muss nicht zwingend auf ein Glaukom zurückzuführen sein. Zur Differentialdiagnose bei Gesichtsfelddefekten und Papillenschäden sollte auch eine Bildgebung in der Diagnostik enthalten sein, insbesondere wenn im Tagesdruckprofil keine wesentlichen Augendruckspitzen und Augeninnendruckschwankungen erkennbar werden.

 
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