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Abstract

SO.04.03

Was wusste Albrecht von Graefe über den Keratokonus?

Herde J.
Universitäts-Augenklinik Halle

v. Graefe beschrieb die kegelförmige Verformung der Kornea 1858 (Arch Ophthalmol 4, 2 1858 271-276) als rätselhafte Erkrankung. Als Ursache der Konusbildung vermutete er ein Missverhältnis Zwischen der Resistenz der Hornhaut und dem auf sie einwirkenden Intraokulardruck, insbesondere die aufgehobene Gleichmäßigkeit des Hornhaut-Widerstandes infolge von Substanzverlust, Infiltration oder durch angeborene Anomalien. Die Diagnose stellte er unter Zugrundelegung der Anamnese, mit der Beobachtung der Hornhautreflexbilder sowie durch Profil- ansicht der Kornea im fortgeschrittenen Stadium. Das Helmholtz'-sche Ophthalmometer empfahl er mehr für die Feststellung gradueller Unterschiede nach Kurversuchen. 1868 bezweifelte er die Druckkomponente (Klin Wschr 23 u. 24, 1868, I u. II). Die Minderung der Resistenz der Kornea betreffe aber nur das Hornhautzentrum mit dem Ergebnis der hyperboloiden Form. Die Verdünnung des Apex sah er als genuine Atrophie. Außer einer angeborenen Komponente nahm v. Graefe auch abrupt einsetzende, zu Descemetrissen führende exogene Noxen an. Für die Heilung und Sehverbesserung schaltete er funktionell die Kegelspitze mittels Substanzabtragung, mehrfachen Ätzungen und Punktionen zwecks Abflachung der Hornhautkrümmung, aus. Mit der einfachen bzw. doppelten Iridesis von Critchett resp. Bowman und mit der Iridektomie erzielte er keine nennenswerte funktionelle Besserung. Den höchsten Grad des irregulären Astigmatismus zu korregieren, fehlten ihm die optischen Hilfsmittel (Arch Ophthalmol 12, 2 1866 216 -222).

 
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