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Abstract

DO.03.05

Genauigkeitsgrenzen bei der IOL-Berechnung: aktueller Stand

Preußner P.-R.
Universitäts-Augenklinik Mainz

Mit optischen Meßverfahren stellt die Achsenlängenmessung heute nicht mehr den dominierenden Fehler bei der IOL-Berechnung dar, vorausgesetzt, die Geräte sind richtig kalibriert. Eine solche "Kalibrierung" an einem Patientenkollektiv ergibt, angewendet auf zwei andere Kollektive von mehr als 1500 Augen an zwei verschiedenen Kliniken, einen mittleren Vorhersagbarkeitsfehler für diese Kollektive von ca. 0.1dpt, mit insgesamt 12 verschiedenen IOL-Typen. Der Reproduzierbarkeitsfehler der Achsenlängenmessung prä- versus postoperativ beträgt nur 0.15dpt. Relevanter sind die Abhängigkeit von der Pupillenweite durch Fokusverschiebung aufgrund sphärischer Aberration und der Einfluss von Änderungen des IOL-Design innerhalb eines IOL-Typs, beides Effekte, die nur durch Raytracing unter Verwendung der IOL-Herstellerdaten adäquat erfasst werden, nicht aber durch geschlossene Formeln (ca. 0.3dpt). Den größten Fehler bei normalen Augen stellt derzeit die Unsicherheit der postoperativen IOL-Position dar (ca. 0.35dpt), bei Augen nach refraktiver Hornhautchirurgie oder Keratoplastik mit ca. 1.5dpt die Bestimmung der Hornhautradien. Letztere lassen sich aber im Rahmen des Raytracing aus der Topographie wesentlich genauer bestimmen, wobei nur in seltenen Fällen die Hornhautdicke bzw. -Rückseite mitgemessen werden muss. Nicht vernachlässigbar sind die Fertigungstoleranzen der IOL, die oft nicht als stochastischer, sondern eher als systematischen Fehler der einzelnen IOL-Charge auftritt (ca. 0.3dpt).

 
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