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Abstract

DO.18.03

Genetische Ursachen beim kongenitalen Brown-Syndrom?

Neugebauer A.1, Fricke J.1, Strobl J.1, Schubert R.2, Kubisch C.3
1
Zentrum für Augenheilkunde der Universität zu Köln; 2Köln; 3Institut für Humangenetik der Universität zu Köln

Ziel: Klärung der Ätiologie des Brown-Syndroms, insbesondere im Hinblick auf die Hypothese, dass es sich beim kongenitalen Brown-Syndrom um eine zum Teil erbliche Störung aus dem Formenkreis der kongenitalen kranialen Fehlinnervationsstörungen handelt.
Methode: Die Befunde eines Kollektivs von über 50 Patienten mit kongenitalem Brown-Syndrom wurden retrospektiv hinsichtlich familiärer Häufung oder zusätzlicher kongenitaler Erkrankungen/Symptome gesichtet. Es wurden bisher drei Familien mit anamnestisch je zwei Fällen von Brown-Syndrom (2 Brüder, 2 Cousinen sowie Zwillinge mit „Mirror-Image“ bezüglich des Brown-Syndroms) sowie zwei Patienten mit Brown-Syndrom im Rahmen eines komplexen Fehlbildungssyndroms identifiziert. Ferner fanden wir einen Patienten mit Brown-Syndrom mit 2 Schwestern (Zwillinge), die eine kongenitale Katarakt hatten.
Bei 4 dieser Patienten wurde eine konventionelle Chromosomenanalyse sowie eine Fluoreszenz in situ Hybridisierung (FISH) für den langen Arm von Chromosom 22 durchgeführt, da in der Literatur ein Fall von Brown-Syndrom assoziiert mit Velokardiofazialem Syndrom und Deletionsnachweis auf Chromosom 22q11.2 berichtet ist.
Weitere systematische genomweite Untersuchungen auf Mikrodeletionen bei Patienten mit komplexen Fehlbildungen sowie Untersuchungen von funktionellen Kandidatengenen sollen zukünftig durchgeführt werden.
Ergebnisse: Die konventionelle Chromosomenanalyse und FISH-Untersuchung ergab bei 2 Patienten einen Normalbefund. Bei zwei Brüdern mit kongenitalem Brown-Syndrom war die FISH-Untersuchung ebenfalls unauffällig, es zeigte sich allerdings eine Duplikation der Bande 18p11.1.
Schlussfolgerungen: Eine erbliche Grundlage zumindest einiger Fälle von Brown-Syndrom erscheint aufgrund der familiären Häufung sowie des Auftretens in komplexen Fehlbildungssyndromen wahrscheinlich. Eine Mikrodeletion 22q11.2 wurde bei den von uns untersuchten Patienten mit familiärem Brown-Syndrom oder Verdacht auf genetische Ursache infolge einhergehender kongenitaler Veränderungen nicht gefunden.

 
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