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Abstract

SA.25.01

Empfehlungen zur Schilddrüsentherapie als Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Therapie der endokrinen Orbitopathie

Mann K.
Universitätsklinikum Essen, Zentrum für Innere Medizin, Klinik für Endokrinologie

International besteht kein Konsens über eine einheitliche Therapiestrategie der Immunhyperthyreose. In Deutschland wird die medikamentöse Therapie bevorzugt, während in den USA die Radiojodtherapie als Mittel der ersten Wahl gilt.
Ein erhöhtes Risiko einer Persistenz der Hyperthyreose oder eines Rezidivs besteht bei Patienten mit großer Struma (>50 ml), hohem Thyreostatikabedarf im Krankheitsverlauf und bei Rauchern. Rauchen verschlechtert die Aussicht auf einen Therapieerfolg, nicht nur in Bezug auf die endokrine Orbitopathie, sondern auch in Bezug auf eine dauerhafte Remission der Hyperthyreose.
Tab. Antithyreoidale Therapie: Derzeitige Therapieempfehlung und Evidenzgrad

StandardfragenTherapieempfehlungEvidenzgradEvidenzstärke
Therapiedauer12-18 MonateI-b, II-b, IIIA-I
B-III
Einfluss der Therapiedosis
a) SchilddrüsengrössejaI-b, II-aA-I
b) RauchenjaI-bA-I
c) TSH-SuppressionjaI-bA-I
d) TSH-Rezeptorantikörperja bei TRAK >10 U/lI-a, I-b, II-a, IIIA-I
Gabe von Levothyroxin zur
Rezidivprophylaxe im Anschluss
an eine antithyreoidale Therapie
neinI-bA-I


Die Tabelle fasst die Therapieempfehlungen und häufigsten Fragen für den Ophthalmologen zusammen. Als Initialdosis einer medikamentösen Therapie werden heute 20 mg Thiamazol oder 200 mg Propylthiouracil empfohlen, die Erhaltungsdosis beträgt 2,5 - 10 mg bzw. 50-100 mg täglich. Hiermit kann in der Regel innerhalb von 3 bis 6 Wochen eine Euthyreose erreicht werden. Als adjuvante Therapie der kardialen Symptome (Tachykardie, bei älteren Patienten Vorhofflimmern) hat sich in der Initialphase die Verwendung von Betarezeptorenblockern (Dociton 10-120 mg) bewährt. Verlaufskontrollen sollten initial alle 2 bis 3 Wochen erfolgen. In der Erhaltungsphase genügen Kontrollen alle 3 Monate. Hierbei sollte das basale TSH im niedrig-normalen Bereich bleiben, um eine Übertherapie, die zu einer Verschlechterung der EO führen kann, konsequent zu vermeiden. Medikamentenassoziierte toxisch allergische Reaktionen sind dosisabhängig und in der Regel auf die Initialphase der Therapie beschränkt. Typische Symptome der seltenen und lebensbedrohlichen Agranulozytose sind eine Angina tonsillaris und Fieber.
Nach einjähriger medikamentöser Therapie gelten als prognostisch ungünstige Faktoren, ein persistierend supprimiertes TSH und erhöhte TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK-Titer >10 U/l). Beim Hyperthyreoserezidiv ist eine definitive Therapie anzustreben. Ob eine totale Thyreoidektomie eine endokrine Orbitopathie günstig beeinflusst, ist bisher noch offen.
Die Radiojodtherapie wird als ablatives Therapiekonzept (300 Gy) durchgeführt. Unter dem Schutz einer Glucocorticoid-Medikation führt sie nicht zu einer Verschlechterung der EO. Nach Schilddrüsenablation ist eine lebenslange Schilddrüsenhormonsubstitution (1,8 µg/kg KG) erforderlich, um eine euthyreote Stoffwechsellage zu gewährleisten. Angestrebt wird ein TSH im unteren Normbereich (0,5-1mU/l).

 
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