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Abstract

P 158

Tonopen und Perkins im Vergleich zur Nadeldrucktonometrie in pathologisch veränderten Hornhäuten

Neuburger J., Böhringer D., Birnbaum F., Reinhard T.
Universitäts-Augenklinik Freiburg

Ziel: Applanation oder Tonopen sind für Augen mit pathologisch veränderter Kornea aufgrund des Messprinzipes möglicherweise nicht verlässlich. Ziel dieser Untersuchung war der systematische Vergleich von Perkins-Applanationstonometrie und Tonopen mit dem jeweils invasiv ermittelten Intraokulardruck. Es sollte ferner untersucht werden, ob der Messfehler beispielsweise mit der Hornhautdicke oder der Diagnose erklärbar ist.
Methode: Bei 36 Augen wurde aufgrund von Fuchsscher Endotheldystrophie (10), Transplantatversagen (6), stromalen Hornhautnarben (5), Keratokonus (5), bullöser Endotheldegeneration (4) oder sonstigen Hornhauterkrankungen (6) eine perforierende Keratoplastik indiziert. Vor dem Eingriff erfolgte eine sonographische Pachymetrie der zentralen Kornea (Pachette) sowie eine Tonometrie mittels Applanationstonometrie (Perkins) und Tonopen. Im Anschluss wurde unter sterilen Bedingungen eine intraokulare Nadeldruckessung (Geuder) durchgeführt. Die Messwerte von Perkins und Tonopen wurden mit dem intraokular ermittelten Druck korreliert. Die jeweiligen Messabweichungen wurden in einem linearen Modell mit der Hornhautdiagnose und der Hornhautdicke korreliert.
Ergebnisse: Die mediane Differenz der Applanationstonometrie zum intraokularen Druck betrug -3,3 (-24 bis 19) mmHg. Für den Tonopen betrug diese Differenz -1,1 (-15 bis 19) mmHg. Für die Applanationstonometrie zeigte sich keine statistisch signifikante Korrelation der Messwerte zu den intraokular ermittelten Werten (Koeffizient: 0,3; p=0,13). Der mittlere Wert der Tonopen- Tonometrie hingegen war statistisch signifikant mit dem intraokularen Druck korreliert (Koeffizient: 0,6; p<0,01). Die Varianz der Messfehler von Perkinstonometrie und Tonopen ist jeweils weder statistisch signifikant mit der Hornhautdicke noch mit der Diagnose erklärbar.
Schlussfolgerungen: Der Tonopen scheint für eine Augendruckmessung in pathologisch veränderten Hornhäuten geeigneter zu sein als die Applanationstonometrie. Auch mit dem Tonopen wurden allerdings klinisch signifikante Abweichungen von bis zu 19 mmHg beobachtet, so dass in Zweifelsfällen unbedingt eine Nadeldruckessung erfolgen sollte.

 
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