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Abstract

DO.02.02

Trabekulektomie – von der Indikation bis zur Nachsorge

Grehn F.
Universitäts-Augenklinik Würzburg

Die Trabekulektomie gilt nach wie vor als Standardoperation beim Offenwinkelglaukom, wenn eine starke Absenkung des Augeninnendrucks erforderlich erscheint. Die Indikation zur Operation hängt von vielen Faktoren ab: Als eindeutigste Indikation gilt die nachgewiesene Progression des Glaukomschadens bei maximaler medikamentöser Therapie, auch wenn der Augeninnendruck "einigermaßen" reguliert ist. Ohne Verlaufsbeurteilung sind fortgeschrittener Gesichtsfeldausfall bei grenzwertig einstellbarer Augeninnendrucklage, Dekompensation der Augeninnendrucks, Unverträglichkeit von Medikamenten, fehlende Compliance und junges Alter relative oder absolute Indikatoren für eine Operation. Andererseits wird die Indikation in der Regel zurückhaltender gestellt, wenn es sich um das funktionell einzige (oder bessere Auge) handelt oder/und der Patient nur eine kurze Lebenserwartung hat. Die Technik der Operation hat in den letzten Jahren zahlreiche Modifikationen erfahren, die die unmittelbaren postoperativen Komplikationsmöglichkeiten reduziert haben: Bindehauteröffnung am Limbus mit anschließender wasserdichte Naht, adjustierbare Skleradeckelnähte, konsequente Vorbehandlung mit lokalen Steroiden, Verwendung von Mitomycin in abgestufter, reproduzierbarer Dosierung bei den meisten Operationen, standardisierte Testung der Abflußleichtigkeit während der Operation. Der Erfolg einer Glaukomoperation hängt nicht nur von einer korrekten Operationstechnik, sondern auch von den biologischen Entwicklung des Sickerkissens in der Wundheilungsphase ab. Schätzungsweise vernarben 50-70% der Sickerkissen ganz oder teilweise, wenn keine entsprechende Steuerung der Wundheilung erfolgt. Neben Steroiden werden heute insbesondere Zytostatika, insbesondere 5-Fluorouracil zur Steuerung der Wundheilung eingesetzt. Spezifischere Substanzen, die in die Signalkaskade der Wundheilung eingreifen, sind bisher jedoch noch nicht zur klinischen Anwendbarkeit gelangt. Bereits heute kann jedoch mit "intensivierter postoperativer Nachsorge" die Erfolgsquote der Trabekulektomie nahezu verdoppelt werden.

 
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