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Abstract

P 182

Cytosin-Arabinosid-induzierte Veränderungen der Hornhautbasalzellen – ein Modell zur Wachstumskinetik des Hornhautepithels?

Tietze B.1, Becher J.2, Guthoff R.1
1Universitäts-Augenklinik Würzburg; 2Medizinische Klinik und Poliklinik II, Universität Würzburg

Ziel: Die atypische punktförmige Kerathopathie tritt als reversible dosisabhängige Nebenwirkung bei systemischer hochdosierter Cytosin-Arabinosid (Ara-C)-Therapie auf. Wir kontrollierten den Verlauf eines Patienten mit atypischer punktförmiger Keratopathie in-vivo mittels Konfokalmikroskopie.
Methode: Ein 40-jähriger Patient bemerkte während des 2. und 3. Chemotherapiezyklus mit Ara-C (3g/m2 intravenös alle 12h für 3 Tage) bei akuter myeloische Leukämie beidseits Verschwommensehen, Lichtempfindlichkeit und Fremdkörpergefühl unter Liquifilmâ und Inflanefran forteâ AT. Bei einem Visus von 1,0 beidseits fanden sich Fluoreszein-negative, zentral betonte, multiple punktförmige epitheliale Trübungen der Hornhaut, die 14 bzw. 11 Tage später mit Visusanstieg auf 1,25 beidseits jeweils zurückgebildet waren. Die Ablagerungen (Trübungselemente) wurden konfokalmikroskopisch am 1, 4 und 9 Tag jeweils nach Symptombeginn untersucht.
Ergebnisse: Konfokalmikroskopisch fanden sich die Veränderungen ausschließlich epithelial, vorwiegend hornhautzentral und gering limbusnah. Die Trübungselemente waren beidseits disseminiert, körnelig und hochreflektiv mit einer maximalen Größe der von Epithelzellen. Am 1. Tag zeigten sich in der Basalzellschicht 490 Trübungselemente/qmm (Median) ohne oberflächlichenepitheliale Einlagerungen. Am 4., bzw. 9 Tag fanden sich basal 297, bzw. 140 und oberflächlich 140, bzw. 295 Trübungselemente/qmm.
Schlussfolgerungen: Ara-C ist ein zellspezifischer Antimetabolit, der durch DNA-Synthesehemmung während der S-Phase die Teilung stark proliferativer Epithelzellen hemmt. Nur ein kleiner Anteil der Hornhautepithelzellen scheint, konfokalmikroskopisch als hochreflektive Trübungselemente erkennbar, betroffen zu sein. So läßt sich mittels Konfokalmikroskopie möglicherweise der Weg proliferierender basaler Epithelzellen und die Differenzierung in oberflächlichere Flügelzellen in-vivo verfolgen.

 
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