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Abstract

SO.17.02

Eigenserum-Augentropfen zur Therapie von Oberflächendefekten nach perforierender Keratoplastik

Seitz B., Sauer R., Szentmàry N., Schirra F. 
Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar

In der Augenheilkunde stellen auch heute noch die therapieresistenten kornealen Epitheldefekte eine große Herausforderung dar. Besondere in der Frühphase nach perforierender Keratoplastik (PKP) bedarf das komplett denervierte Transplantat einer differenzierten Betrachtung. Verschiedene medikamentöse und chirurgische Modalitäten unterschiedlicher Invasivität wurden vorgeschlagen. Im Gegensatz zur genuinen Hornhaut ist die Excimerlaser-PTK insbesondere in der Frühphase nach PKP nicht effektiv. Das Eigenserum wird nach dem Zentrifugieren bei 3000 U/min (15 cm Radius und 1500 G) von frisch abgenommenem Eigenblut in Homburg/Saar 100% konzentriert in sterilen Tropffläschchen ohne Konservierungsmittel bei Kühlschranktemperatur (+7°C) in dunkler Umgebung zur Vermeidung der Vitamin A-Zersetzung aufbewahrt und tagsüber ein- bis zweistündlich getropft. Alle Augen erhalten zusätzlich lokal unkonservierte Antibiotikatropfen (Ofloxacin), unkonservierte künstliche Tränen ohne phosphathaltige Pufferlösung zur Vermeidung von Verkalkungen. 60 Augen von 60 Patienten im Alter zwischen 25 und 94 Jahren (69±14 Jahre) wurden 7 bis 33 Tage nach PKP mit Eigenserum-Tropfen therapiert. Bis zum Epithelschluss dauerte es im Mittel 7±6 (3-45) Tage. Die Therapie war effektiv (= Epithelschluss binnen 2 Wochen) bei 54 Patienten (90%), teilweise effektiv (Heilungstendenz binnen 2 Wochen und Epithelschluss binnen 4 Wochen) bei 2 Patienten (3%) und uneffektiv (= kein Epithelschluss binnen 4 Wochen) bei 4 Patienten (7%). Während einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 14±11 maximal 39 Monaten trat bei 7 Patienten (11%) ein Rezidiv des Epitheldefektes auf dem Transplantat auf. Insbesondere bei Augen nach komplizierter perforierender Keratoplastik kann durch die lokale Eigenserum-Applikation die Prognose verbessert werden und invasivere Verfahren, wie z.B. Botulinumtoxin-Injektion, Amnionmembran-Patch oder gar eine Re-Keratoplastik oder Bindehautdeckung, vermieden werden.

 
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